Benzingetriebene Motorroller haben keine Zukunft mehr. Sie lärmen und auch ihr Abgasverhalten passt weder in die Zeit noch in die Stadt. Zumal die Alternativen mit Elektroantrieb immer besser und preiswerter werden. So führt der taiwanesische Hersteller Kymco in diesen Wochen mit dem „Like 125 EV“ einen formschönen Elektroroller nach Europa ein, der bis zu 200 Kilometer kommt – bei einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Und auch der Preis kann sich sehen lassen: Mit rund 1200 Euro kostet er in etwa so viel wie ein benzingetriebener Leichtkraftroller – und deutlich weniger als viele europäische Hersteller derzeit für ihre zweirädrigen Stromer aufrufen.

Tauschen statt Laden
Wann und wo das Ionex genannte Netzwerk aus Batterie-Wechselstationen in Deutschland startet, steht noch nicht fest. Das gilt auch für ähnliche Systeme, die unter anderem Piaggio mit Honda und KTM plant. Foto: Kymco
Tauschen statt Laden
Wann und wo das Ionex genannte Netzwerk aus Batterie-Wechselstationen in Deutschland startet, steht noch nicht fest. Das gilt auch für ähnliche Systeme, die unter anderem Piaggio mit Honda und KTM plant. Foto: Kymco

Angetrieben wird der Like EV aus Asien von einem Elektromotor mit einer maximalen Leistung von 3,2 kW (4,3 PS) im energiesparenden Eco-Modus. Das klingt erst einmal nach nicht viel. Aber mit einem maximalen Drehmoment von 124 Newtonmetern (Nm) Hinterrad dürfte er beim Ampelstart seinen benzinbetriebenen Vettern das Rücklicht zeigen. Zur Erinnerung: Der VW Käfer etwa brachte seinerzeit nur 74 Nm auf die Straße.

Bis zu fünf Wechsel-Akkus an Bord

Serienmäßig verfügt der 110 Kilogramm schwere Elektroroller über zwei Lithium-Ionen-Akkus, die unter der Sitzbank platziert sind und eine Nennleistung von jeweils 50V und 10,5Ah sowie 13,5 Ah haben -zusammen also rund 650 Wattstunden (Wh) Strom speichern können. Das ist in etwa so viel Batteriekapazität, wie sie heute viele E-Bikes bieten. Allerdings können im 27 Liter fassenden Helmfach weitere drei Akkus von jeweils fünf Kilogramm Gewicht untergebracht werden, was die Reichweite des Rollers dann auf 200 Kilometer erhöht.

Power unterm Po 
Unter der abschließbaren Sitzbank des neuen Elektrorollers lassen sich bis zu drei Zusatz-Akkus unterbringen. Für den Helm und anderes Gepäck bleibt dann allerdings nicht mehr viel Platz. Foto: Kymco
Power unterm Po
Unter der abschließbaren Sitzbank des neuen Elektrorollers lassen sich bis zu drei Zusatz-Akkus unterbringen. Für den Helm und anderes Gepäck bleibt dann allerdings nicht mehr viel Platz. Foto: Kymco

Zusätzlich zu seiner großen Batteriekapazität verfügt der Like 125 EV über eine Reihe weiterer interessanter Funktionen. Der Roller verfügt auch über einen Rückwärtsgang, was das Einparken und Rangieren in der Stadt erleichtern soll. Und das „Noodoe“-Informationsdisplay im Lenker zeigt nicht nur die Fahrgeschwindigkeit an und den Ladezustand der Batterie. Der Bildschirm zeigt, wenn es mit dem Smartphone über den USB-Port verbunden ist, dank eines GPS-Empfängers auch die genaue Position in der Stadt und dient als Navigationssystem.

Kymco plant Akku-Wechselstationen auch in Europa

Geladen werden können die Akku entweder über einen speziellen Ladeport direkt im Roller oder nach der Entnahme des portablen Speichers an einer Haushaltssteckdose. Oder man nutzt demnächst eine der „Ionex“ genannten Akku-Wechselstationen, die Kymco zusammen mit Partnerunternehmen aufbauen will – auch in Europa. Wann und wo hierzulande die ersten Stationen entstehen, steht allerdings noch nicht fest.

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