Velomobile – vollverkleidete Liegeräder mit drei oder vier Rädern – waren in den 1980er Jahren schon einmal populär. Auf Rennstrecken und bei Liegerad-Weltmeisterschaften, aber auch im alltagsverkehr in umweltbewegten Kreisen und Fahrrad-Enthusiasten. In der geschlossenen Kabine saßen die Fahrer trocken und bei Unfällen gut geschützt, die aerodynamische Form der „rollenden Zigarren“ erlaubte deutlich höhere Fahrgeschwindigkeiten als mit einem konventionellen Fahrrad. Und Parkplatzsorgen musste man sich damit auch nicht machen – für Berufspendler waren sie damit eigentlich der perfekte Auto-Ersatz.

Nur kräftig strampeln musste man damals, um die trotz aller Leichtbaumaßnahmen bis zu 40 Kilogramm schweren Velomobile beim Ampelstart ins Rollen zu bringen. Mit dem Aufkommen der Elektroantriebe ist dieses Handicap aber nun aber wirklich eines von gestern – als E-Bike kehrt die Fahrzeuggattung nun auf unsere Straßen zurück. Die Verkehrswende und die Diskussionen über autofreie Innenstädte und Tempo 30 in der City liefern dafür die perfekten Rahmenbedingungen.

Auf Wunsch auch mit Scheibenwischer

Eines der interessantesten Neuvorstellungen auf dem Gebiet kommt aus Norwegen: Das „Frikar“ des Startups Podbike rollt auf vier vollgefederten Rädern und überträgt die mit Muskelkraft produzierte Energie über einen Generator und einen 870 Wattstunden großen Akku auf zwei jeweils 250 Watt starke Elektromotoren an der Hinterachse.

Fricar von Podbike
Mit den Füßen voraus in die Stadt
Das norwegische „Frikar“ soll auch schon bald unsere Städte bevölkern. Mit einer Zulassung als Pedelec kann das vierrädrige und bis zu 25 km/h schnell Velomobil neben den Straßen auch die Radwege benutzen. Foto: Podbike

Es gibt einen Liegesitz, Außenspiegel, auf Wunsch und gegen Aufpreis auch einen Scheibenwischer sowie eine Ventilation. Theoretisch sind damit Geschwindigkeiten – bergab – von bis zu 60 km/h möglich. Eine automatisch unterstützende Bremse greift aber ein, wenn das 55 Kilogramm schwere „Frikar“ zu schnell wird und bremst dann die rasante Fahrt sanft ein. Und das Bedien- und Sicherheitssystem wird permanent optimiert – wie bei Elektroautos soll es regelmäßig Software-Updates „over the air“ geben.

Mit Moped-Führerschein: Frankreichs neuer Elektrozwerg, der unsere großstädtische Mobilität entspannen soll. Er ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Aber so was von cool. Elektroauto

Knapp 6000 Euro – und damit nur so viel wie ein gutes E-Mountainbike – kostet das 2,40 Meter lange und knapp 80 Zentimeter breite „Frikar“ aus Norwegen in Deutschland, das hierzulande über den Fahrradhersteller Storck aus Idstein vertrieben wird. Zugelassen ist das Fahrzeug als „Pedelec“ – für den Betrieb braucht es deshalb keinen Führerschein. Und dem Frikar steht damit auch die Benutzung der Fahrradwege offen.

Um die Menschen an die neue Form der Mikromobilität heranzuführen, bieten Podbike und Storck in den kommenden Wochen Testfahren in verschiedenen deutschen Städten durch. Viel Zeit mit der Bestellung sollte man sich anschließend nicht lassen: Laut Herstellerangaben gibt es für den „Tesla unter den E-Bikes“ bereits 3000 Vorbestellungen aus aller Welt.

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1 Kommentar

  1. Avatar

    Das Parkplatzproblem dieser Fahrzeugtypen wird mit zunehmender Popularität in Städten massiv ansteigen und das der ohnehin schon bestehenden eRoller deutlich übersteigen.
    Und warum sollte Frikar eine »Alternative zum Lastenrad« sein, wenn damit kaum etwas transportiert werden kann?

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