Wenn eine „Challenger-Brand“ vier Jahre nach der Markteinführung ihr Erstlingswerk aufhübscht, darf es gerne etwas lauter sein. Beim überarbeiteten Cupra Born fällt sofort das neue, markante Außendesign ins Auge. Die Front ziert nun eine angriffslustige „Haifischnase“ (Sharknose). Zusammen mit den neu gestalteten Stoßfängern legt der kompakte Stromer in der Länge um 12 Millimeter auf 4,34 Meter zu. Breite, Höhe und Radstand bleiben unangetastet. Hinzu kommen die Cupra-typischen, dreieckigen Matrix-LED-Scheinwerfer und ein beleuchtetes Markenlogo am Heck, das schick in die durchgängige 3D-Rückleuchte integriert ist.
Halleluja: Die Rückkehr der echten Tasten
Im Innenraum zeigt sich, dass Cupra aus der Vergangenheit gelernt hat. Das absolute Highlight: Die oft kritisierten Touchflächen auf dem Lenkrad sind Geschichte. Das neu gestaltete Volant verfügt endlich wieder über echte, physische Bedienelemente.

Neu gestaltete Türverkleidungen vorn und hinten, ein neues Lenkrad mit physischen Tasten sowie höherwertigere Sitzbezüge werten den vollelektrischen Cupra Born ab Sommer weiter auf. Auch das Soundsystem von Sennheiser bekam ein Upgrade. Fotos: Cupra
Auch bei den Displays wurde ordentlich nachgelegt:
- Das Cockpit-Display hinter dem Lenkrad wächst deutlich auf 10,25 Zoll an.
- In der Mitte thront nun ein 12,9 Zoll großer Touchscreen.
- Das System läuft auf einem neuen, Android-basierten Betriebssystem.
- Die Touch-Slider für Lautstärke und Temperatur unter dem Screen sind nun endlich beleuchtet.
Für ordentlich Wumms in der Kabine, deren Armaturenbrett zu 75 Prozent aus recycelten Materialien besteht , sorgt künftig ein Sennheiser-Soundsystem mit Contrabass-Technologie.
Das Batterie-Geheimnis: Was Cupra (noch) verschweigt
Während das Marketing die „digitale Immersion“ und die neuen 235-mm-Reifen auf 19- und 20-Zoll-Felgen feiert, wird es bei den Antrieben mysteriös. Offiziell ändert sich dort kaum etwas. Es bleibt bei den bekannten 79-kWh-Akkus für die 170 kW (231 PS) starke „Endurance“-Version und das 240 kW (326 PS) starke Topmodell „Born VZ“. Beide sollen dank verbesserter Aerodynamik nun rund 600 Kilometer weit kommen. Bislang betrug die WLTP-Reichweite 594 Kilometer.

Die neue Heckschürze mit angedeutetem Diffusor lässt das Spitzenmodell VZ des Cupra Born nochmals dynamischer erscheinen.
Spannend ist jedoch das Basismodell (von Cupra nun „Born“ oder intern „Born Plus“ genannt). Hier schrumpft die Leistung auf dem Papier von 150 kW auf 140 kW (190 PS), gepaart mit einer 58-kWh-Batterie. Alles deutet darauf hin, dass hier der neue, effizientere Motor APP 350 und klammheimlich der neue LFP-Akku des MEB+ Einzug halten – genau wie beim Ford Capri und Explorer, die beide die gleiche VW-Plattform nutzten.
Dass Cupra die Ladeleistung des 58-kWh-Akkus noch gar nicht nennt und die Ladedauer mit einer weiten Spanne von 20 bis 30 Minuten angibt, stützt diese Theorie. Kurios: Eine weitere Basis-Variante mit 50 kWh und 125 kW wird in der offiziellen Pressemitteilung sogar komplett totgeschwiegen. Zur Ablenkung preist man lieber das neue One-Pedal-Drive und eine praktische Vehicle-to-Load (V2L) Funktion an, mit der sich E-Bikes am Auto laden lassen.
Born als Vorbote für den VW ID.3
All diese Änderungen sind nicht nur für Cupra-Fans interessant, sondern geben einen klaren Ausblick auf das anstehende Facelift des Schwestermodells VW ID.3, das Ende März vorgestellt wird und im Frühstommer in den Handel kommt. Echte Tasten, Android-Infotainment und der versteckte Wechsel auf die LFP-Zellchemie dürften auch bald in Wolfsburg aufschlagen – neben einem geschärften Design und einer massiven Aufwertung des Innenraums.
Produziert wird der neue Cupra Born ab dem zweiten Quartal 2026 in Zwickau, der Marktstart ist für den Sommer geplant. Zu den Preisen hüllen sich die Spanier noch in Schweigen. Das Vor-Facelift startete bei 36.450 Euro – ob der neue LFP-Akku den Einstieg künftig günstiger macht, bleibt abzuwarten.