Der Ladeinfrastrukturanbieter Ubitricity hat eine neue Lösung speziell für den deutschen Markt entwickelt. Bei der „Heinz“ getauften Lösung handele es sich um einen standardkonformen Ladepunkt, der sich schnell und kostengünstig an einer gängigen deutschen Straßenlaterne ohne etwaige Erdarbeiten befestigen lasse, teilte das Shell-Tochterunternehmen mit. Geladen werden könne an „Heinz“ mit einem Standardkabel des Typs 2.

Die Lösung ermögliche durch ihre einfache Handhabung einen schnell skalierbaren Ausbau der Ladeinfrastruktur, insbesondere in urbanen Räumen mit Flächendruck. Nötig geworden war die Entwicklung eines Produkts speziell für Deutschland, da hierzulande die Anforderungen an das Laternenladen höher seien als zum Beispiel in Großbritannien, wo Ubitricity sogar schon Marktführer sei, erläuterte Ubitricity-CEO Lex Hartman. In Großbritannien betreibt das Berliner Unternehmen das größte öffentliche EV-Ladenetzwerk mit über 2700 Ladepunkten, die komplett in Straßenlaternen oder Straßenpoller integriert sind. Auch Frankreich und Japan gab es bereits Installationen. In Deutschland hingegen kam das Unternehmen nicht über Pilotinstallationen hinaus. Der Grund waren bürokratische Hemmnisse und Regularien, die Installationen massiv erschwerten.

Ladelösung ist eichrechtskonform

„Heinz“ erfülle nun alle Anforderungen des deutschen Mess- und Eichrechts sowie der Technischen Anschlussregeln und -Bedingungen (TAR/TAB), so Ubitricity weiter. Die Aktivierungs- und Zugangsoptionen seien standardisiert und könnten einfach über alle üblichen Systeme abgewickelt werden. Das Ad-hoc-Laden sei mittels eines per Smartphone zu scannenden QR-Codes direkt möglich. Zur Abrechnung stünden darüber hinaus verschiedene Zahlungsmöglichkeiten zur Verfügung, darunter RFID-Ladekarten oder gängige Mobility-Service-Provider-Apps. Hervorgegangen ist die Lösung aus der Zusammenarbeit mit einem weiteren Ladeinfrastrukturanbieter, Ebee. Die beiden Unternehmen kündigten im März an, ihre Kräfte bündeln zu wollen.

Die neue Laternenladeeinrichtung ist ab sofort verfügbar. „Der Laternenladepunkt Heinz“, warb Hartmann für das System, „schließt eine zentrale Lücke im öffentlich zugänglichen Ladenetz, indem es Stadtbewohnern die Möglichkeit bietet, ihre Elektrofahrzeuge im Alltag äußerst unkompliziert und in unmittelbarer Nähe ihrer Wohnung zu laden.“

Jetzt müssen sich nur noch Städte und Stadtwerke finden, die sich für „Heinz“ erwärmen und das System in die Laternenmasten integieren.

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1 Kommentar

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    Viel Erfolg. Hoffe, die müssen später nicht noch einen Kreditkartenleser und einen Münzeinwurf integrieren… 🙁

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