Er sieht aus als wäre er dem Science-Fiction-Film „Blade Runner 2049“ entsprungen. Ok, fliegen kann der Hyperion XP-1 (noch) nicht. Aber dafür beschleunigen wie ein Jet: Schon nach 2,2 Sekunden soll Tempo 100 anliegen, verspricht das südkalifornische Technologieunternehmen, das den futuristischen Supersportwagen entwickelt hat. Was aber fast noch mehr beeindruckt als das Design oder die Beschleunigungswerte, ist die Reichweite des allradgetriebenen Elektroautos, das 2022 auf den Markt kommen soll: Ohne Tank- oder Ladestopp soll es angeblich 1600 Kilometer zurücklegen können.

Wir ahnen es schon: Eine Batterie hat dieses Elektroauto der Superlative nicht an Bord. Auch keinen Fluxkompensator, sondern eine Brennstoffzelle. Diese „galvanische Gasbatterie“ erzeugt den Fahrstrom durch die kalte Verbrennung von Wasserstoff mit Sauerstoff. „Dank der Wasserstoff-Technologie kann der XP-1 an öffentlichen Tankstellen in weniger als fünf Minuten wieder aufgeladen werden. Und durch den Verzicht auf schwere Batterien ist die Effizienz des Antriebsstrangs im Vergleich zu herkömmlichen Elektroautos deutlich besser“, sagt Angelo Kafataris, der CEO von Hyperion Motors. Der XP-1 soll auch dank einer mit Titan-Bauteilen verstärkten Karbon-Karosserie lediglich 1031 Kilogramm wiegen. Ein weiters technisches Highlight sind Solarpanele auf dem Dach, die während der Fahrt automatisch dem Lauf der Sonne folgen und ein wenig von ihrer Kraft abzapfen sollen.

Flügeltüren ja, Fliegen nein
Der XP-1 von Hyperion Motors aus Kalifornien wird von einer Brennstoffzelle angetrieben, die den Fahrtstrom an Bord mit Hilfe von Wasserstoff erzeugt. Bild: Hyperion

Klingt alles irgednwie nach Raumfahrt-Technik, ist es teilweise auch: Das 2011 gegründete Unternehmen verdiente seine erste Dollars als Zulieferer der US-Raumfahrtbehörde NASA. Schon bei den Apollo-Missionen in den 1960 und 1970er Jahren sorgten Brennstoffzellen für die Stromversorgung der Raumkapseln. Auch bei den bevorstehenden Missionen zum Mars sollen Brennstoffzellen die lebenserhaltenen Systeme mit elektrischer Energie versorgen. „Luft und Raumfahrtingenieure haben schon vor langem die Vorteile von Wasserstoff verstanden“, wirbt der frühere Mitarbeiter von Toyota und des Spielzeugfabrikanten Mattel („Hot Wheels“) für die Antriebstechnik. Kafataris: „Das ist erst der Anfang dessen, was mit Wasserstoff als Energieträger noch erreicht werden kann.“

Noch im August will er weitere technische Details des XP-1 verraten, von dem zunächst 300 Exemplare gebaut werden sollen. Beispielsweise den Preis des Flügeltürers: Exklusive Technik und Stückzahlen deuten auf einen Kaufpreis im siebenstelligen Bereich.

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