Rund 4,3 Millionen Fahrräder haben die Deutschen 2019 gekauft. Das teilte der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) jetzt mit. Damit wuchs der Absatz um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Verantwortlich dafür waren die E-Bikes. Rund 1,4 Millionen Pedelecs konnte der Handel absetzen, ein Plus von beeindruckenden 39 Prozent. Dagegen gingen die Verkaufszahlen der klassischen Rädern ohne elektrischen Hilfsmotor um 7,8 Prozent zurück.

Da E-Räder teurer als herkömmliche Velos sind, stiegen die Umsätze um 34 Prozent noch deutlich schneller als die Stückzahlen auf nunmehr 4,2 Milliarden Euro. Inklusive Zubehör und Komponenten kam die Branche sogar auf insgesamt sieben Milliarden Euro Erlöse.

Die E-Bikes erreichen damit am gesamten Fahrradmarkt einen Anteil von 32 Prozent – schneller als es der ZIV selbst erwartet hat. Mittel- bis langfristig hält es der Verband sogar für möglich, dass jedes zweite verkaufte Rad künftig ein Pedelec ist. Als Gründe für den Boom nennt die Lobbyorganisation gleich mehrere Faktoren: Zum einen Fortschritte bei der Antriebs- und Batterietechnik, ein attraktiveres Design, das Motor und Akku immer unauffälliger in den Rahmen integriert, sowie eine große Modellvielfalt in allen Kategorien.

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E-Bikes stark gefragt

Erstmals schrumpfen die Verkäufe klassischer Räder, was allerdings die stark steigenden Verkaufszahlen bei den Pedelecs kompensieren. Quelle: Zweirad-Industrie-Verband

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Die Durchschnittspreise steigen

Da E-Bikes deutlich mehr als herkömmliche Räder kosten, werden die Zweiräder im Schnitt teurer. Quelle: Zweirad-Industrie-Verband

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Vielfalt der Formen

Treckingrad, Cityrad und Mountainbike sind die beliebtesten Modellkategorien bei den E-Bikes. Quelle: Zweirad-Industrie-Verband

So tauchen erstmals E-Rennräder in der Statistik auf (Anteil noch bescheidene 0,5 Prozent), elektrifizierte Mountainbikes sind überproportional gefragt. Auch Lastenräder mit Elektromotor treiben die Umsätze, da sie mehrere Tausend Euro kosten. Relativ wenig Käufer finden schnelle E-Bikes, der Marktanteil dieser bis zu 45 Kilometer pro Stunde schnellen S-Pedelecs liegt bei 0,5 Prozent.

Unsicherheitsfaktor Corona

Für zusätzliche Nachfrage sorgen auch relative neue Geschäftsmodelle wie das zum Teil steuerlich begünstigte Leasing – Stichwort Jobbike – wie auch das Bike-Sharing.

Prinzipiell rechnet ZIV-Geschäftsführer Siegfried Neuberger auch in 2020 mit einem für die Branche positiven Trend. Er räumt aber ein, dass „der negative Einfluss des Corona-Virus auf die Lieferkette bisher noch nicht abschließend eingeschätzt werden kann“. Viele Komponenten, etwa Antriebe und Akkus, produzieren Fabriken in China. Viele Rahmen kommen aus Taiwan, andere Komponenten aus Italien. Sollten die Produktionsanlagen dort also länger stillstehen, könnte dies den Nachschub nach Europa gefährden. Laut „Pressedienst-Fahrrad“ sind die Läden derzeit aber noch voll mit den neuen Modellen für die Saison 2020.

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