Mit dem neuen Kia EV4 will der südkoreanische Hersteller die E-Mobilität noch stärker in der Mittelklasse verankern – und das zu einem wettbewerbsfähigen Einstiegspreis. Ab 37.590 Euro soll das Schrägheckmodell in Deutschland kosten, gab der Importeur jetzt bekannt. Es ist damit nur 1600 Euro teurer als der 4,30 Meter lange und damit etwas kürzere Kia EV3. Bestellbar ist das neue Modell „in Kürze“, die ersten Auslieferungen sind für das vierte Quartal 2025 geplant. Produziert wird das Fahrzeug erstmals in Europa – im slowakischen Werk Zilina.
Der EV4 basiert wie die Schwestermodelle EV6 und EV9 auf der E-GMP-Plattform. Doch während diese mit moderner 800-Volt-Technik schnelles Nachladen ermöglichen, muss sich der neue Kompaktstromer wie schon der EV3 mit einer 400-Volt-Architektur begnügen. Für ein Fahrzeug, das Elektromobilität massentauglich machen soll, ist das bedauerlich – gerade weil Ladegeschwindigkeit im Alltag entscheidend ist.
Zwei Karosserievarianten, zwei Akkus
Kia bietet den EV4 in zwei Karosserievarianten an: als 4,43 Meter langes Schrägheckmodell mit familientauglichem Raumangebot und als 4,73 Meter lange Fastback-Limousine mit flacher Dachlinie und 490 Litern Kofferraumvolumen. Zum Marktstart wurde zunächst nur der Preis für die Schrägheckversion mit dem kleineren 58,3-kWh-Akku kommuniziert. Sie soll laut Kia bis zu 440 Kilometer Reichweite bieten. Die Version mit dem größeren 81,4-kWh-Akku und dem aerodynamisch günstigeren Fastback kommt auf bis zu 625 Kilometer. Der Preis dafür bleibt aber vorerst noch offen.

Das größere Absatzpotential für die Fastback-Limousine sieht Kia in Asien. Angeboten werden soll das Modell aber auch in Europa.
Die Ladezeit an einer DC-Schnellladesäule: rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent – ein ordentlicher Wert, der aber hinter dem Tempo der 800-Volt-Konkurrenz zurückbleibt. An der Wallbox dauert das Nachladen je nach Batterie zwischen fünfeinhalb und gut sieben Stunden.
Moderner Look, digitale Features
Design und Konnektivität sind eindeutig Stärken des neuen EV4. Innen erwartet den Fahrer ein luftiges Cockpit mit Panoramadisplay, Head-up-Display und einem Touchscreen für die Klimabedienung. Besonders stolz ist Kia auf die Integration eines eigenen App-Stores samt Video-Streaming – in Kooperation mit Disney.
Hinzu kommen umfangreiche Assistenzsysteme, darunter ein Autobahnassistent mit Spurwechselunterstützung, ein adaptiver Tempomat mit Navigation, Frontkollisionswarner sowie ein Fernpark-Assistent. Der 150-kW-starke E-Motor (204 PS) beschleunigt das Fahrzeug in gut sieben Sekunden auf 100 km/h – damit lässt sich im Stadtverkehr wie auf der Autobahn flott mitschwimmen.
Vehicle-to-Grid vorbereitet
Neben der V2L-Funktion (Vehicle-to-Load), die es erlaubt, Geräte mit Haushaltsstrom aus dem Akku zu betreiben, ist der EV4 auch für die bidirektionale Nutzung vorbereitet: Vehicle-to-Grid (V2G) und Vehicle-to-Home (V2H) sind technisch möglich. Mit dem EV4 bringt Kia ein gut ausgestattetes, smartes Elektroauto in die umkämpfte Kompaktklasse. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, das Design überzeugt, die Reichweite reicht für den Alltag. Und doch bleibt ein Wermutstropfen: Die Entscheidung gegen 800-Volt-Technologie macht sich nicht nur an der Ladesäule bemerkbar, sondern ist ein Rückschritt gegenüber dem Anspruch, technologische Vorreiterrolle zu übernehmen. +