Chinesische Anbieter drängen mit Macht auf den europäischen Automarkt und hier insbesondere in die vollelektrische Kompaktklasse. Modelle wie der wuchtige smart #5 oder der athletische Zeekr X setzen etablierte Premiumhersteller hierzulande unter Zugzwang. Mercedes-Benz zieht nun die Konsequenzen und bringt mit dem neuen GLA aus Raststatt ein Kompakt-SUV auf den Markt, das technisch auf der Höhe der Zeit ist und auch preislich durchaus attraktiv ist.
Der neue GLA basiert wie schon der Mercedes CLA auf der zukunftsweisenden MMA-Plattform (Mercedes-Benz Modular Architecture) und bringt damit echte 800-Volt-Technologie in die Kompaktklasse. Mit Einstiegspreisen ab 48.599 Euro stellt der Stromer zugleich das aktuell günstigste Elektro-SUV im Mercedes-Portfolio dar. „Mit 140 Jahren Innovation im Rücken haben wir den ausdrucksstärksten GLA gebaut, den es je gab“, zeigte sich Mercedes-Chef Ola Källenius bei der Weltpremiere in Warschau vom Erfolg des neuen Modells überzeugt.

Nicht nur am Grill und in den Scheinwerfern funkelt der Mercedes-Stern, auch am Heck des GLA findet sich das Markenzeichen vielfach.
Die Kennzahlen des neuen Elektroautos mit 800-Volt-Architektur klingen in der Tat beeindruckend: An entsprechend leistungsfähigen DC-Ladesäulen ziehen die Varianten mit dem großen 85-kWh-NMC-Akku Gleichstrom in der Spitze mit bis zu 320 kW. Damit wandern in nur zehn Minuten bis zu 270 Kilometer Reichweite in den Akku. Der Ladehub von 10 auf 80 Prozent ist nach flinken 22 Minuten erledigt, wobei über das gesamte Ladefenster hinweg durchschnittlich beachtliche 162 kW anliegen. Auch das Basismodell GLA 200 mit 58-kWh-LFP-Batterie lädt mit bis zu 200 kW in 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent (145 bis 165 km in 10 Minuten).
Die 400-Volt-Aufpreis-Falle
Das kann sich sehen lassen. Aber Achtung – im Kleingedruckten versteckt sich ein gravierendes Detail, das in der Praxis für Frust sorgen könnte: Der DC-Konverter für das Laden an 400-Volt-Ladesäulen ist nur als Sonderausstattung verfügbar. Wer dieses Häkchen bei der Bestellung des Fahrzeugs vergisst, kann seinen GLA ausschließlich an echten 800-Volt-Schnellladestationen laden. An vielen weit verbreiteten 400-Volt-Stationen (wie älteren Schnellladern oder zahlreichen Tesla Superchargern) bliebe das Auto ohne diesen Konverter schlichtweg auf dem Trockenen. Beim Wechselstrom (AC) stehen serienmäßig 11 kW zur Verfügung; der 22-kW-Onboard-Lader kostet ebenfalls Aufpreis und halbiert die Ladezeit an AC-Säulen und der heimischen Wallbox.

Der Frunk unter der Haube des Mercedes GLA ist mit einem Volumen von 107 Litern nicht nur die Unterbringung des Ladekabels gut.
Mercedes schickt zum Marktstart drei elektrische Ausführungen ins Rennen – später folgen auch noch Versionen mit Hybridantrieb und einem benzingetriebenen Verbrenner.
- GLA 200 elektrisch (ab 48.599 Euro): Mit 165 kW (224 PS) Heckantrieb, 335 Newtonmeter Drehmoment und einer 58-kWh-LFP-Batterie (WLTP-Reichweite: 394–447 km). Die langlebige Kobalt-freie Chemie verträgt tägliches Vollladen gut, der Akku stößt aber bei der Langstrecke mit seiner Reichweite an Grenzen.
- GLA 250+ elektrisch (ab 54.978 Euro): Mit 200 kW (272 PS) Heckantrieb, 335 Nm Drehmoment und großem 85-kWh-NMC-Akku. Mit einer offiziellen WLTP-Reichweite von 577 bis 657 Kilometern und vollen 320 kW Ladeleistung wäre er unser aktueller Favorit.
- GLA 350 4MATIC elektrisch (ab 58.107 Euro): Allrad-Topmodell mit 260 kW (354 PS) Systemleistung, 515 Nm Drehmoment, einem Sprint von 0 auf 100 km/h in 5,4 Sekunden – und üppigen 2,0 Tonnen Anhängelast (WLTP-Reichweite: 555–643 km).
Wer nicht zwingend sofort zuschlagen muss, sollte sich aber gedulden. Denn im Frühjahr 2027 reicht Mercedes noch eine vierte Elektroversion mit einer 71-kWh-NMC-Batterie nach. Diese schließt die spürbare Lücke zwischen dem 58-kWh-Einsteiger und dem teuren 85-kWh-Topmodell. Die 71-kWh-Version dürfte, so unsere Prognose, für die allermeisten Käufer die erste Wahl darstellen, da sie die optimale Balance aus Reichweite, Fahrzeuggewicht und Anschaffungspreis verspricht.
Effizienz, Raumangebot und digitales Hightech-Cockpit
Unter der Karosserie des Mercedes neuen GLA steckt modernste Effizienz-Hardware: Die von Mercedes selbst entwickelte Haupt-Antriebseinheit an der Hinterachse nutzt einen Siliziumkarbid-(SiC)-Inverter sowie ein innovatives Zwei-Gang-Getriebe für maximale Reichweite und hohe Effizienz bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn. Der Wirkungsgrad von der Batterie bis zum Rad liegt nach Unternehmensangaben bei beeindruckenden 93 Prozent. Trotz des hohen Leergewichts von 2.145 bis 2.235 kg begnügt sich der GLA dank eines guten cW-Werts von 0,27 mit sparsamen WLTP-Verbräuchen von ca. 14,8 bis 17,6 kWh/100 km.

Auch der GLA ist – gegen Aufpreis – mit dem MBUX-Superscreen verfügbar, der sich über die gesamte Fahrzeugbreite erstreckt.
Mit 4,57 Meter Länge ist der GLA 20 mm flacher als sein populärer Vorgänger, bietet aber dank eines auf 2,79 Meter verlängerten Radstandes (plus 61 Millimeter) deutlich mehr Platz im Innenraum. Fondpassagiere freuen sich sicher über 38 Millimeter mehr Beinfreiheit und auch 24 Millimeter mehr Kopfraum. Auch der Kofferraum wuchs – um 70 Liter auf 410 Liter bei voller Bestuhlung und bis zu 1.400 Liter bei umgelegter Rücksitzbank. Ein echter Pluspunkt gegenüber vielen Mitbewerbern ist der 107 Liter große Frunk unter der Fronthaube, in dem sich nicht nur das Ladekabel verstauen lässt.
Im Cockpit dominiert auf Wunsch der durchgehende MBUX Superscreen (10,25-Zoll-Fahrerdisplay, zwei 14-Zoll-Displays). Das neue MB.OS-Betriebssystem nutzt für den MBUX Virtual Assistant eine wegweisende Multi-Agenten-KI, die flexibel auf ChatGPT, Microsoft Bing und Google Gemini zugreift. Die Navigation basiert auf Google Maps und erlaubt im natürlichen Dialog die gezielte Suche nach passenden Schnellladesäulen. Beispielsweise auch die Kombination eines bestimmten Ladenetzbetreibers mit einer bestimmten Raststätte entlang der Route.
(Der Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt)