Das ist der Vorteil, wenn man in einer Konzernlandschaft unterwegs ist: Mit überschaubaren Kosten lässt sich bei Bedarf ein Schwestermodell ableiten, um andere Kunden zu locken. In Zeiten immer teurerer Elektrofahrzeugen ist das gleichermaßen vorteilhaft für Hersteller und Kunden. Bestes Beispiel ist der neue Nissan Pixo, den es so ohne seinen Plattformgeber Renault Twingo kaum gegeben hätte. Genießt der Franzose den Designvorteil, in den schmalen Spuren der erfolgreichen Vorgängerversionen zu rollen, so hat es der Nissan etwas schwerer. Ende der 2000er Jahre gab es bereits einen Pixo, der in Europa jedoch nur mäßigen Erfolg hatte so dass der Verkauf 2013 eingestellt wurde.

Jetzt kommt die elektrische Neuauflage und die kann sich allemal sehenlassen, denn das blasse Design des 2009er-Modells ist vergessen. Der 3,80 Meter lange Nissan Pixo hat sehr deutliche Designanleihen und ähnliche Proportionen wie der kürzlich eingeführte Renault Twingo, der dank Unterstützung von Geely-Ingenieuren in China in Rekordzeit entwickelt wurde. Frontmaske und Heckleuchtenband überscheiden ihn jedoch ebenso wie Designdetails innen wie außen und die Pixo-Schriftzüge im Pixel-Look.

Eine Frage der Perspektive
Im Profil scheint der Renault Twingo noch am deutlichsten durch. Im Unterschied zum Franzosen kann der Nissan Pixo nicht mit einer Erfolgsgeschichte punkten - das erste Modell mit dem Namen floppte in Europa. Fotos: Nissan
Eine Frage der Perspektive
Im Profil scheint der Renault Twingo noch am deutlichsten durch. Im Unterschied zum Franzosen kann der Nissan Pixo nicht mit einer Erfolgsgeschichte punkten – das erste Modell mit dem Namen floppte in Europa. Fotos: Nissan

Die Technik stammt ebenfalls vom erfolgreich gestarteten Renault Twingo. So wird der Nissan-Zwilling von einem 60 kW / 82 PS starken Elektromotor an der Vorderachse angetrieben, der aus einem 27,5 kWh großen LFP-Akku (Lithium-Eisen-Phosphat) mit Energie gespeist wird. Damit soll der E-Pixo im Normzyklus zumindest rund 260 Kilometer weit kommen. Sein Wendekreis: knapp zehn Meter.

“Elektroauto ohne Komplexität“

Noch zurückhaltender als die Motorleistung ist das Ladetempo, denn selbst am einem Schnelllader zapft der Kleinwagen Gleichstrom mit gerade einmal 50 kW nach. So benötigt er knapp eine halbe Stunde, um das kleine Akkupaket von 15 auf 80 Prozent seiner Kapazität zu füllen. An einer Wallbox oder einem Standard-Abschluss zapft der Kleinwagen mit 11 kW.

Innen bietet der elektrische Kleinwagen Platz für bis zu vier Personen, wobei der Fahrer auf sieben Zoll große Instrumente und einen zehn Zoll großen Zentralbildschirm blickt. Der 356 Liter große Laderaum lässt sich durch Umklappen der Rückbank auf bis zu 1.221 Liter erweitern.

Große Klappe
365 Liter fasst der Kofferraum hinter der Heckklappe bei voller Bestuhlung. Klappt man die Rücksitzlehne um, passen 1221 Liter rein.

„Der Nissan Pixo wurde speziell für Europa und seine Städte entwickelt. Er bietet alles, was Kunden von einem Elektrofahrzeug erwarten – ohne unnötige Komplexität“, sagt Clíodhna Lyons, Vizepräsident Produkt und Marketing bei Nissan. „Angesichts steigender Kraftstoffkosten bleibt unser Fokus klar: Wir bieten Kunden praktische Alternativen, mit denen sie ihre Fahrtkosten senken können.“

Gefertigt wird der Nissan Pixo zusammen mit dem Renault Twingo im slovenischen Novo Mesto. Dritter im Bunde ist dort der neue Dacia Spring, der ebenfalls die Plattform des Twingo nutzt. Bestellt werden kann der Nissan Pixo ab Jahresende, die ersten Auslieferungen sind für Anfang des Jahres 2027 geplant. Der Einstiegspreis dürfte wie beim Renault Twingo Urban Range knapp unter 20.000 Euro liegen.

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