Sport-Lenkrad und Head-up-Display
Erst mal einsteigen. Da kommt die gute Laune zurück, denn auch drinnen triumphiert der französische Charme. Wobei Peugeot hier den Spagat versucht, den ganzen Cockit-Kram, das Head-up-Display und einen großen zentralen Touchscreen in einem einzigen, ziemlich hoch bauenden und zart gebogenen riesigen Panoramadisplay zu kombinieren. Das 21 Zoll große Ding erstreckt sich vom linken Ende des Armaturenbretts bis zur Höhe der Mittelkonsole. Auf seiner linken Seite finden sich die üblichen Fahrinfos zu Geschwindigkeit, Leistung, aktivierten Assistenzsystemen und des Energieflusses. Rechts dagegen, auch für den Beifahrer gut erreichbar, offeriert der Touchscreen die Steuerung von Heizung, Klimaanlage, Navigation, Medien und diverser anderer Digitalfunktionen. Noch was? Ja, in der Allure-Basisversion ist das Ganze zweiteilig und etwas kleiner (10 Zoll, 25,4 Zentimeter) dimensioniert.
Dann finden sich in der Mitte des Armaturenbretts noch diese i-Toggles-Tasten, mit denen wir einen direkten, schnellen Zugriff auf bis zu 10 favorisierte Funktionen bekommen. Zum Beispiel für den Telefonanruf eines uns wichtigen privaten Kontaktes, den Aufruf eines ständigen Navi-Ziels (unsere Job-Adresse oder so) oder für unseren Lieblingssender im Radio. Und die Mittelkonsole da unten ist wunderbar geräumig, groß genug für unseren alltäglichen Krims. Das Automatikgetriebe wird nun rechts vom Lenkrad gesteuert, direkt neben dem Start-/Stoppknopf. Und im „Winterpaket“ (750 Euro) findet sich sogar eine beheizbare Frontscheibe.

Das Lenkrad im Peugeot ist, um die Sicht auf die digitale Landschaft nicht zu stören, relativ klein. Und es sitzt auch sehr tief.
Das Lenkrad ist, um die Sicht auf die gewaltige digitale Landschaft nicht zu stören, relativ klein. Fast im wie im Rennsport. Und es sitzt auch recht tief. Passt aber interessanterweise auch für unsereins (1,94 Meter Körpergröße) in der Höheneinstellung und ist, noch haben wir Winter, serienmäßig beheizbar. Mit seinen Knöpfen, die bei direkter Annäherung unsere Fingerspitzen erkennen, können wir zum Beispiel links Assistenzsysteme oder rechts Lautstärken und die Sprachsteuerung anwählen. Dahinter die zwei Schaltwippen für die gewünschten Stufen der Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation), die wir mal gleich auf die höchste Stufe einstellen.
Sitzheizung sogar im Fond
Überhaupt kommen wir mit diesem Panoramadisplay und seinen auf Anhieb verständlichen Inhalten problemlos zurecht. Und selbst die Verarbeitung des Franzosen macht bis ins Detail einen ziemlich perfekten Eindruck, das war in der Vergangenheit ja nicht immer so. Nette Ambientebeleuchtungen, sehr wohnliche Texturen. Unser Lieblingsding: Der Drehregler für die Radiolautstärke auf der Mittelkonsole. Wirklich erschreckt hat uns hier nur das vorlaute Klick-klack-Geräusch des eingeschalteten Blinkers. Erinnert uns sofort an Omas mechanischen Wecker, mit dessen Radau wir damals nie einschlafen konnten.
Weiter im Text. Alles andere hier drinnen gefällt uns wie ein hübsches Gläschen alten französischen Cognacs. Die Vordersitze zum Beispiel sind so was von gemütlich und tragen wohl deshalb das renommierte AGR-Gütesiegel (Aktion für Gesunder Rücken), das von dieser deutschen Vereinigung von Ärzten und Therapeuten verliehen wird. Ihre Bezüge kombinieren im Basismodell Allure einen netten Stoff mit Kunstleder, beim GT ist es ein angenehmer Mix von schmeichelndem Alcantara (Mittelbahn) und Kunstleder. In der feineren GT-Version sind die Vordersitze außerdem belüftend, und massieren können sie natürlich auch, weil heute offenbar niemand mehr die Zeit für einen menschlichen Physiotherapeuten hat.

Die Vordersitze tragen das AGR-Gütesiegel. Ihre Bezüge kombinieren im Basismodell Allure einen netten Stoff mit Kunstleder, in unserem GT-Testwagen ist es ein angenehmer Mix von schmeichelndem Alcantara und Kunstleder.
Beheizt werden hier sogar die Rücksitze des Autos, und vorn gibt es erstmals adaptive Seitenpolster, die sich elektrisch aufblasen oder entleeren lassen — und sich so perfekt an unsere Körperform anpassen können. So fühlt man sich wunderbar eingegossen in den Fahrersitz, da kommen wir vor lauter Lobhudelei kaum zum Weiterschreiben. Platz genug gibt es übrigens in beiden Sitzreihen, selbst im Fond wartet eine nette Kopffreiheit für Sitzriesen, wobei hingegen der Knieraum ein wenig knapp bemessen ist. Ach ja, diese auf Wunsch echten, ergo unveganen Nappa-Lederbezüge, in Schwarz mit neckischen grünen Ziernähten und ausziehbarer Oberschenkelauflage, kosten abschreckende 3050 Euro Aufpreis.
Focal-System mit Power-Subwoofer
Was sonst noch zu haben ist? Okay, für ein gesundes Innenraumklima gibt es hier ein „Clean Cabin“-System, das permanent die Luftqualität überwacht und bei Bedarf automatisch ein Luftrecycling aktiviert. Im teueren GT-Modell werden zusätzlich schädliche Gase und Partikel weggefiltert, was Allergiker, die bei uns nun schon im ungewöhnlich milden Februar (ja, der böse Klimawandel) mit dem Zeugs von Hasel, Erle, Ulme und Pappel kämpfen, ernsthaft erfreuen dürfte. Interessante Sache: Die Qualität der Innenraumluft lässt sich dabei rechts im Panoramadisplay ständig beobachten.
Und für den Audio-Sound ist ein 690 Watt starkes Hi-Fi-System der französischen Renommiermarke Focal engagiert, mit zehn Lautsprechern, diversen edlen Technologien und Power-Subwoofer. Findet sich neben anderen Extras im Sound&Air-Paket (2200 Euro). Und im Innenraum, so erklärt uns Peugeot stolz, gäbe es jetzt bis zu 17 Ablagemöglichkeiten mit einem Gesamtvolumen von rund 34 Litern. Ein Auto wie geschaffen für Messies. Dazu die Smartphone-Ladestation auf der Mittelkonsole (15 Watt), insgesamt drei USB-C-Anschlüsse, das Kühlfach unter der Mittelarmlehne, der Brillenhalter in der Dachkonsole und ein geräumiges Handschuhfach. Klar auch, dass dieser Peugeot bei den Assistenzsystemen voll auf der Höhe liegt.
Und wie fährt sich der neue Peugeot E-3008 so? Das erfahren Sie hier.