Das erste Modell der neuen Marke war ein Coupé mit Hybridantrieb, das zweite eine vollelektrische Limousine. Und Polestar Thomas Ingenlath macht schon lange keine Geheimnis mehr um das dritte Modell: „Den Polestar 3 – dass es ein SUV wird, ist ja kein Geheimnis – werden wir im kommenden Jahr launchen und gegen Jahresende die ersten Fahrzeug ausliefern. Er wird sich die Plattform und die Produktion mit dem Volvo XC90 teilen und ähnlich groß sein“, sagte er vor wenigen Monaten auf der IAA Mobility im Gespräch mit EDISON.

Polestar 3 fordert Tesla Model X und Porsche Cayenne heraus

Und häppchenweise lässt er nun auch heraus, wie das vollelektrische Schwestermodell des Volvo aussehen wird, das im neuen Werk in Ridgeville, South Carolina, vom Band laufen soll. Das noch stark getarnte Fahrzeug, das Ingenlath jetzt Investoren und Pressevertretern in New York zusammen mit der Precept-Studie präsentierte, wird ein SUV-Coupé von knapp fünf Metern Länge sein – mit dem Gesicht des Precept und einer Dachlinie ähnlich der des Volvo C40 Recharge – nur gestreckter. Polestar nutzt für das neue Fahrzeug, das gegen das Model X von Tesla und die geplante vollelektrische Version des künftigen Porsche Cayenne antreten soll, die neue skalierbare Plattform-Architektur (SEA) des Mutterkonzerns Geely, auf dem auch der Nachfolger des Volvo XC90 – der einen neuen Namen erhält und ebenfalls in einer Elektroversion angeboten wird – aufsetzt.

Versteckspiel 
Im Sommer präsentierte Polestar das neue Modell noch voll verhüllt. Immerhin konnte man damals die Proportionen des Elektro-Coupés gut erkennen, das den Polestar 2 in Größe, Reichweite - und wohl auch im Preis deutlich übertreffen wird. Foto: Polestar
Versteckspiel Teil 1
Im Sommer präsentierte Polestar das neue Modell noch voll verhüllt. Immerhin konnte man damals die Proportionen des Elektro-Coupés gut erkennen, das den Polestar 2 in Größe, Reichweite – und wohl auch im Preis deutlich übertreffen wird. Foto: Polestar

Über die technischen Details des Antriebs – Motorleistung, Akkukapazität – verriet Ingenlath bei der Gelegenheit noch nichts. „Wenn ich ein Elektroauto in der Größenordnung anbiete“, hatte er aber im Gespräch mit EDISON geäußert, „erwartet der Kunde auch entsprechende Fahrleistungen. Und das bedingt einen großen Akku, der standesgemäß ist. Da muss man Respekt zollen der Psychologie und kann dem Kunden keinen kleinen Energiespeicher aufschwatzen. In den ersten Jahren sollten wir den Käufern eines Elektroautos Entspannung geben mit einem großen Akku und großer Reichweite.“

Die Volvo-Schwestermarke hat ihr erstes vollelektrisches Auto vorgestellt. In vielen Aspekten orientiert sich dieses am Bestseller von Tesla. Gelingt das Überholmanöver? Elektroauto

 Das Publikum in New York erfuhr lediglich, dass Polestar 3 eines der klimaschonendsten Autos aller Zeiten sein wird – und eines der intelligentesten: Ausgestattet mit dem branchenführenden LiDAR-Sensor des US-amerikanischen Technologieunternehmens Luminar und zentraler NVIDIA Rechenleistung soll er auf der Autobahn autonomes Fahren auf Level 3 ermöglichen.

Precept-Studie nicht weit von der Serie entfernt

Und erstmals bestätigte Ingenlath, dass schon kurz nach der Markteinführung des Polestar 3 im Herbst 2022 noch weitere Elektroautos folgen werden – jedes Jahr ein neues. Im Gespräch mit EDISON hatte der Polestar-Chef bereits angedeutet, dass der Precept alles andere als eine Design-Spielerei sei: „Der Polestar 2 ist eine kompakte, sportliche Limousine – wovon es derzeit nicht viele gibt. Der Precept ist noch sportlicher angelegt. Und in der Richtung würde ich gerne weiter arbeiten. An einem Auto, in dem man mit gestreckten Beinen sitzt, mit dem man wirklich sportlich unterwegs ist. Polestar hat im Premiumsegment die Aufgabe, die sportliche Ecke abzudecken. Es geht nicht darum, Rennen zu gewinnen, Rundenrekorde aufzustellen. Aber wir wollen schon automobile Emotionen schaffen, Autos, die richtig Spaß machen – und darüber die Elektromobilität befördern.“

Polestar-Chef Thomas Ingenlath 
"Wenn ich ein Elektroauto in der Größenordnung anbiete, erwartet der Kunde auch entsprechende Fahrleistungen." Foto: Polestar
Polestar-Chef Thomas Ingenlath
„Wenn ich ein Elektroauto in der Größenordnung anbiete, erwartet der Kunde auch entsprechende Fahrleistungen.“ Foto: Polestar

Darüber soll dann die Marke auch kräftig wachsen. In diesem Jahr wird Polestar auch aufgrund des Chip-Mangels nur etwa 29.000 Fahrzeuge produzieren, etwa 1000 weniger als ursprünglich geplant. Bis 2025 will Ingenlath die Stückzahlen verzehnfachen – durch die neuen Modelle, aber auch den Eintritt in die

Durch die Expansion in die neuen Märkte, die Einführung von drei neuen Fahrzeugen und den weiteren Ausbau der bestehenden Märkte plant Polestar eine Verzehnfachung des weltweiten Absatzes von rund 29.000 Fahrzeugen im Jahr 2021 auf 290.000 Fahrzeuge im Jahr 2025. Ingenlath: „Derzeit sind wir erst in 18 Märkten weltweit aktiv, bis Ende kommenden Jahres sollen noch ein Dutzend mehr hinzukommen. Luxemburg und Island in Europa, dazu Kuweit und die Vereinigten Emirate im Nahen Osten. Von nun an dreht sich bei Polestar alles um Wachstum.“

Möglicher Polestar 4 oder 5
„Der Polestar 2 ist eine kompakte, sportliche Limousine. Der Precept ist noch sportlicher angelegt. In der Richtung würde ich gerne weiter arbeiten. An einem Auto, in dem man mit gestreckten Beinen sitzt, mit dem man wirklich sportlich unterwegs ist.“
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