Wer hat sich nur diesen Namen ausgedacht? „Uncharted“ – unerforscht. Subaru-Fans geht der Modellname nur schwer über die Lippen. Nicht wenige befürchten, dass Subaru, seit Jahrzehnten bekannt für nahezu unverwüstliche Allrad-Pkw, gerade seine Seele verkauft. Das liegt weniger daran, dass der Uncharted nach dem Solterra bereits das zweite Modell mit Elektroantrieb ist. Der E-Neuling hat an sich mit einem Subaru nur wenig zu tun. Denn nicht nur die Technik stammt von Toyota, sondern eigentlich das ganze Auto – manche würden das als Etikettenschwindel bezeichnen. Subaru verspricht Besserung und will mit dem E-Outback wieder zurück zu alten Tugenden von eigenen Fahrzeugen. Die Modelle von Kooperationspartner Toyota, der eine 18,5-Prozent-Beteiligung an Subaru-Inhaber Fuji Heavy Industrie besitzt, bleiben jedoch erst einmal gesetzt.

Der vollelektrische Uncharted soll für Subaru neue Zielgruppen erschließen – und helfen, die CO2-Flottenziele in Europa zu erfüllen.
Der 4,54 Meter lange Subaru Uncharted ist echter Zwilling des Toyota C-HR+. Dessen technische Plattform ist wiederum eng verwandt mit dem Solterra und der ist an sich ein Toyota bZ4x – alles verstanden? Subaru wollte mit einiger Verspätung elektrisch werden und da Expertise und insbesondere Volumina fehlten, kam der C-HR+ von Toyota gerade recht – viel von Subaru bleibt außer dem Firmenlogo allerdings nicht. Immerhin ist das Topmodell des Uncharted ein Allradler, wie es sich für einen Subaru gehört. Die 36.990 Euro teure Basisversion 58 „Trend“ ist sogar als Fronttriebler zu bekommen – da kann man aber auch gleich ins Toyota-Schwestermodell steigen.
77 kWh-Akku für 490 Kilometer Reichweite
Dabei ist das komplett ausgestattete Topmodell trotz kompakter Abmessungen ein ordentlicher Kraftprotz. Die beiden Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse (167 kW vorn und 88 kW hinten) leisten hier gemeinsam 252 kW oder 343 PS. Allzu viel Dynamik sollte man sich trotz 343 Nm Drehmoment aber nicht versprechen, denn der mindestens 47.990 Euro teure Subaru Uncharted 77 AWD Platinum schiebt unten herum zwar so flott an, dass die winzige Kontrollleuchte der Anti-Schlupf-Regelung heftig flackert. Doch bei höheren Tempi wird es schnell blass. Und schon bei 160 km/h wird der Antrieb abgeregelt.

Am Schnelllader nimmt der Subaru Uncharted Gleichstrom mit maximal 150 kW auf. Um den Ladestand unterwegs von 10 auf 80 Prozent anzuheben, braucht es 28 Minuten. Fotos: Subaru
Dem Nutzer eines Elektroautos geht es eher um Reichweite, Verbrauch und Ladeleistung. Und hier fährt der Uncharted wegen Toyotas K-Plattform allenfalls in der zweiten Liga. Das brutto 77 kWh große Batteriepaket (72 kWh sind für den Fahrbetrieb nutzbar) im Unterboden unterstützt die steife Karosserie, bietet aber nur eine Reichweite von 490 Kilometern. Die wird möglich, weil sich der Normverbrauch mit 15,9 kWh auf 100 Kilometern angenehm in Grenzen hält – insbesondere für einen Allradler.
Die maximale Ladeleistung von 150 kW ist im internationalen Vergleich eher mäßig. Um den Ladestand von 10 auf 80 Prozent anzuheben, braucht es 28 Minuten. Das geht bei anderen Anbietern inzwischen deutlich schneller. Immerhin kann an einer Wallbox oder mit Wechselstrom betriebenen öffentlichen Ladesäule mit bis zu 22 kW nachgeladen werden.
Ordentlich Komfort unterwegs und im Innenraum
Was gefällt, ist das schnelle und betont weiche Ansprechen der Elektromotoren. Hier bietet der 2,1 Tonnen schwere Japaner mehr Feingefühl als so manch anderer Crossover. Wer will, kann dank einer Bodenfreiheit von 21 Zentimetern auch entspannt über Waldwege cruisen und leichtes Gelände erkunden. Dabei zeigt sich das Fahrwerk betont komfortabel. Und gäbe es nicht das kleine, zu niedrig positionierte Lenkrad – der Uncharted würde in dieser Kategorie noch mehr gefallen.

Das zerklüftete Cockpit des Subaru Uncharted ist Geschmackssache. Die Instrumente als Zwittermischung aus Head-Up-Display und Standard-Armaturen sind zu klein und unübersichtlich. Das mit Tastern überfrachtete Lenkrad ist nur mäßig zu bedienen.
Das gilt für das Platzangebot nur eingeschränkt, denn trotz des 2,75 Meter langen Radstandes geht es im Fond eher beengt zu. Zudem sorgt die abfallende Dachlinie dafür, dass sich groß gewachsene Insassen wünschen, die Jalousie des Panoramadachs zu öffnen um mehr Kopffreiheit zu gewinnen. Angenehm sind die sinnvolle Sitzheizung im Fond und die beiden USB-Ports. Wer die Rückbank umlegt, vergrößert das Volumen des Kofferraum von 403 auf immerhin 1.323 Liter und kann die 220-Volt-Steckdose im Ladeabteil für verschiedenste Gerätschaften nutzen. Die Anhängelast: 1.500 Kilogramm.
Deutlich günstiger als Toyota
Der zerklüftete Innenraum des Subaru Uncharted ist ebenso Geschmacksache wie bei seinem Toyota-Bruder. Die Instrumente als Zwittermischung aus Head-Up-Display und Standard-Armaturen sind zu klein, unübersichtlich und durch das mit Tastern überfrachtete Quad-Lenkrad nur mäßig zu bedienen. Besser macht es das zentrale 14-Zoll-Display für Navigation, Komfort- und Sicherheitsfunktionen sowie Entertainment. Die Sitze sind bequem, könnten sich jedoch vielfältiger einstellen lassen. Und die großzügige Verwendung von hartem Plastik im unten Bereich der Türen mag nicht in ein Fahrzeug der 50.000-Euro-Liga passen. Immerhin ist der Uncharted rund 6.000 Euro günstiger als der vergleichbare Toyota C-HR+. Da lohnt es sich dann wiederum, beim Subaru-Händler auf Entdeckungstour zu gehen.
Ich fahre das beschriebene Modell mit den 343 PS und Allrad jetzt fast eine Woche und kann diese zum Teil etwas ins Negative gezogene Darstellung kaum nachvollziehen.
(…nur 490 KM….) ich denke für 343 PS Allrad ist das doch für einen 77KW(brutto) Akku vollkommen ausreichend. (..immerhin 22 KW…) viele Hersteller haben nur 11KW on board und 22kw vielleicht gegen Aufpreis, also denke ich das ist spitze was Subaru/Toyota hier bietet – serienmäßig. Welche Einstellung fehlt Ihnen denn bei den Sitzen? Also ich brauche nur nach vorne/hinten hoch/runter Neigung Rückenlehne und Lordose, was fehlt denn bitte? Das ganze geht auch noch elektrisch auf der Fahrerseite mit Memoryfunktion. Toll ist auch die Ausstiegshilfe die den Fahrersitze automatisch nach hinten fährt vor dem Aussteigen und wieder nach vorne fährt nach dem Einsteigen. 150 KW Ladepeak sind, denke ich, auch noch vollkommen ok und müssen sich nicht verstecken, viele bieten auch weniger oder gleich viel. Fahren lässt sich das Auto sehr angenehm und entspannt, auch die hohe Sitzposition ist toll. Das Lenkrad zu klein und überladen? Wenn man verstanden hat, welcher Bereich der Lenkradbedienung für was zuständig ist, geht das ganze ohne Probleme von der Hand nach kurzer Zeit und das ganze auch mit echten Tasten. Zu klein und zu niedrig? Wie groß soll denn bitte für Sie ein Lenkrad sein? Das Lenkrad lässt sich auch verstellen in der Höhe. Ich habe zum Teil einen Verbrauch von unter 13 KWh auf der Landstraße auf dem Weg zur Arbeit und erwähnen möchte ich auch die gute Reku, die in 4 Stufen einstellbar ist über Lenkradpaddles. Kein One Pedal Drive, aber sehr angenehm abgestuft und smooth.
Der Preis von um die 40000 Euro für ein Auto mit 343 PS mit Allrad, ausreichend Platz und der Möglichkeit auch über den Acker zu fahren wenn Frau/Mann es möchte;-) nach Abzug der Förderung und Rabatt kann sich sehen lassen, denke ich. Das Harmann/Kardon-Sondsystem macht seine Arbeit gut. Auch ein Unterschied zum Toyota – da gibt es JBL. Die von Ihnen besagte Zwittermischung aus Armaturen und Headupdisplay lässt sich doch super gut ablesen und ist perfekt platziert, vielleicht mal heller stellen oder vielleicht eine Brille aufsetzen. Für mich fährt das Auto in der ersten Liga und der Name Uncharted geht mir nicht schwer über Lippen. Übrigens befindet sich noch ein Subaru Forester in der Familie Baujahr 2011, also mir ist die Marke durchaus bekannt;-)