Auf der Tesla-Website ist er noch bestellbar, auch eine Anzahlung von 100 Dollar wird vom Hersteller noch dankbar angenommen. Doch wann der Cybertruck ausgeliefert wird, lässt er noch offen: „Sie können Ihre Konfiguration vervollständigen, wenn die Produktion im Jahr 2022 anläuft“, heißt es im Kleingedruckten ganz lapidar.

Damit ist es nun wohl offiziell: Der futuriustisch gestylte Elektro-Pickup, den Tesla-Chef Elon Musk vor zwei Jahren mit einer Karosserie aus gebürstetem Edelstahl und angeblich schusssischeren Scheiben präsentiert hatte, wird nicht mehr wie urprünglich geplant in diesem Jahr auf den Markt kommen. Weder mit einem, noch mit zwei oder gar drei Elektromotoren an Bord. Und wahrscheinlich wohl schon gar nicht zu den immer noch angegebenen Preisen für die heckgetriebene Basisversion von 39.900 Dollar, von 49.900 Dollar für den Allradler und von 69.900 Dollar für die Tri-Motor-Variante.

Cybertruck könnte ein Flop werden

In einem Twitter-Tweet hatte Musk unlängst eingeräumt, dass der Cybertruck mehr Problem mache als erwartet. So sehr, dass er durchaus ein „Totalausfall“ werden könnte – aber das sei ihm auch egal. „Andere Trucks sehen aus wie Kopien des Gleichen, aber der Cybertruck sieht aus, als wäre er von Aliens aus der Zukunft gemacht worden.“

Die Gründe für die Verzögerungen sind wohl vielfältig. Zum einen ist das Tesla-Werk in Austin, Texas, in dem der Cybertruck produziert werden soll, noch nicht fertig. Und dort wird zunächst auch das stark gefragte Model Y Vorrang haben müssen, nachdem sich der Genehmigungsprozess für die Gigafactory im brandenburgischen Grünheide wohl noch eine Weile hinschleppen dürfte – die Umwelt-Verbände Grüne Liga und Nabu Brandenburg (Musk: „Diese Leute sind entweder dubios, verrückt oder beides“) blockieren trotz mehrerer Niederlagen vor Gerichten nach wie vor die Vorab-Genehmigung und prüfen nach Medienberichten inzwischen sogar eine Verfassungsklage.

Produktionsprobleme könnten Cybertruck extrem verteuern

Aber auch die Technik des Cybertruck scheint nicht ohne zu sein. Neben den Herausforderungen bei der Teilelogistik, insbesondere der Versorgung des Unternehmens mit Computer-Chips, soll es auch Herausforderungen bei der Fertigung der wie ein Exoskelett geformten Edelstahl-Karosserie in großen Stückzahlen sowie mit den neuen Batteriezellen vom Typ 4680 geben, heißt es in US-Medien. Auch der Serienanlauf des Elektrolasters Tesla Semi war deshalb kürzlich verschoben worden.

Möglicherweise wird der Tesla Cybertruck deshalb zunächst auch nur in einer kleinen Sonderserie produziert – das würde den Stückpreis aber leicht in Richtung eine Million Dollar treiben. Keine schönen Ausssichten für die angeblich über eine Million Menschen, die den Cybertruck in den vergangenen Monaten bereits geordert und die Anzahlung von 100 Dollar geleistet haben. Freuen dürfte es hingegen die Konkurrenten Ford und Rivian, die im kommenden Jahr ebenfalls mit der Produktion von batterieelektrischen Pickups beginnen wollen.

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