Auf einen vollelektrischen California warten Fans des ID.Buzz von Volkswagen schon länger. Spätestens seit Einführung der Langversion schien es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis der Stromer auch mit Schlafstätte und Aufstelldach angeboten werden würde. Immerhin arbeiteten die Camper-Spezialisten von Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) in Hannover schon kurz nach Markteinführung des Modells 2022 an einer solchen Variante.
Doch im Sommer 2023 wurde das Projekt erst einmal abgeblasen. Der Grund: Die notwendigen Einbauten ließen das Gewicht des Elektroautos die Grenze von 3,5 Tonnen reißen, die der neuzeitliche Pkw-Führerschein der Klasse B in Europa setzt. Wer lautlos und emissionsfrei durch Kurorte oder über Campingplätze rollen wollte, musste sich mit dem VW California auf Basis des Multivan begnügen, der seit Herbst 2024 auch als wiederaufladbarer eHybrid angeboten wird. Der Lithium-Ionen-Akku an Bord mit einer Kapazität von 19,7 kWh sorgt immerhin für eine elektrische Reichweite von bis zu 86 Kilometer. Das ist zwar deutlich weniger, als mit einem ID.Buzz Pro in Langversion und mit 86 kWh-Akku darstellbar ist (498 Kilometer) – aber die Antriebswende war damit eingeleitet.

Mit einer Länge von 2,03 Metern und einer Breite von 1,20 Metern lädt der ID.California Cruise zwei Personen zum Übernachten ein.
Parallel dazu haben sie in Hannover aber weiterhin am Projekt ID.California gearbeitet. Als eine Art Übergangslösung kam im vergangenen Juni für 2600 Euro ein Gute-Nacht-Paket ins Angebot, das unter anderem ein Klappbett und Stautaschen sowie Tisch und Stühle des bekannten California beinhaltete.
Zusatzkosten von weniger als 2000 Euro
Und nun wird im Frühjahr 2027 als „Cruise“ der erste „echte“ ID.California nachgeschoben. Noch ohne Aufstelldach, Markise und Küchenblock, aber immerhin mit einer komfortableren Falt-Matratze von 2,03 Metern Länge und 1,20 Metern Breite. Stühle und Tisch sowie Lüftungsgitter und Elemente zur Verdunkelung der Scheiben wie im „Gute-Nacht-Paket“ sind ebenfalls enthalten. Am Heck prangt statt ID.Buzz ein schwungvoller California-Schriftzug. Zudem gibt es für Campen in der Klimaanlage einen speziellen California-Modus, der je nach Wetterlage bis zu 48 Stunden lang für Kühlung oder wohlige Wärme sorgt. Der Akku gibt’s her.

Tisch und Stühle gehören ebenso wie die Klappmatratze zur Serienausstattung des ID.California Cruise. Auf die Markise und ein Aufstelldach müssen wir noch eine Weile warten – beides würde das Gewicht so erhöhen, dass der Führerschein B nicht mehr reicht.
80.761 Euro ruft VWN für den Elektro-Camper in der Kurzversion auf, die Langversion für mehr Raumkomfort und Reichweite (dank 7 kWh mehr Akkukapazität) dürfte etwa 1800 Euro teurer kommen. Rechnet man das serienmäßige „Interieur Style“- sowie das Komfort-Paket heraus. beträgt der California-Aufpreis nur etwa 1500 Euro gegenüber einem ID.Buzz Pro.
California Ocean wartet auf den Verkehrsminister
Für Wochenendausflüge zu zweit ist der minimalistische Cruise schon einmal eine patente Lösung. Aber wann ist mit dem nächsten Schritt zu rechnen, mit einem ID.California Beach oder Ocean? Die Spezialisten aus Hannover schmunzeln nur. Ja, ein gewisses Gewichts-Handicap besteht weiterhin. Die neue EU-Führerscheinrichtlinie erlaubt aber, dass mit der Klasse B elektrisch angetriebene Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 4,25 Tonnen bewegt werden dürfen. Die Regelung muss jetzt nur noch in nationales Recht umgesetzt werden. Wenn sich der neue Bundesverkehrsminister beeilt, könnte der California Beach oder Ocean bereits im kommenden Jahr in den Handel kommen.