Gerademal zwei Wochen ist es her, dass Volkswagen die Auslieferung des Elektroautos ID.3 gestartet hat. Mittlerweile sind 20.000 Exemplare des kompakten Stromers aus Sachsen auf dem Weg zu den europäischen Kunden oder bereits zugelassen. Und nun folgt der nächste Streich: Am heutigen Mittwoch, 23. September, hat Volkswagen die Bestellbücher für den ID.4 offiziell geöffnet, den ersten vollelektrischen SUV des Konzerns und das erste E-Weltauto der Marke: Gebaut werden soll es nicht nur wie sein kleineres Schwestermodell im sächsischen Zwickau, sondern ab Sommer kommenden Jahres auch in China sowie ab 2022 in den USA.

Aber zunächst einmal werden die Kunden in Europa bedient – wie beim ID.3 mit zwei Varianten einer mehr oder minder komplett ausgestatteten „First Edition“, mit der 150 kW (204PS) starken aktuellen Topmotorisierung sowie einer 77 Kilowattstunden großen Hochvolt-Batterie für bis zu 520 Kilometer Reichweite. Und die technischen Daten lassen es schon vermuten: Der ID.4 wird kein Billigangebot. Die einfachere Ausführung des auf 27.000 Exemplare limitierten First kostet 49.950 Euro, in der Version First Max werden 59.990 Euro fällig. Wer noch etwas warten kann, ordert einen ID.4 Pro Performance und kommt mit einem Basispreis von 43.329 Euro – vor Umweltbonus – deutlich günstiger zu seinem Familien-Stromer.

Deutlich teurer als ein ID.3

Zum Vergleich: Die „First Edition“ des ID.3 (mit einem 58 kWh-Akku) startete bei 44.835 Euro, der ID.3 „First Max“ bei 48.734 Euro. Für einen ID.3 mit einer ähnlichen Antriebskonstellation, also mit Top-Motorisierung und Akku im XL-Format, sind derzeit wenigstens 40.936 Euro zu entrichten, für die Topausstattung „Tour“ 48.432 Euro. Hier wie da geht allerdings noch der Umweltbonus in Höhe von 9480 Euro ab.

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Im futuristischen Gewand und mit praktischen Details

Mit fließenden Linien und einer Front ohne Kühlergrill setzt sich der ID.4 von seinem eher konservativ gestylten Schwestermodell Skoda Enqay ab. Mit einer Dachreling und einer elektrisch schwenkbaren Anhängerkupplung gibt sich der VW-Stromer alltagstauglich und familienfreundlich. Fotos: Volkswagen

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Blauer Staub

Mit vier Metallic-Lackierung startet der ID.4 in das Rennen um die Käufergunst. Es gibt ihn zunächst nur in Blue Dusk (Foto), Honey Yellow (oben) sowie in Gletscherweiß und Mangan-Grau.

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Veganer Innenraum

Statt mit Leder sind die Sitze im ID.4 mit Mikrofaservlies bezogen. Zum Velour in mausgrau gesellen sich farbige Akzepte in „Florence Brown“. Wichtiger aber ist: Es gibt jede Menge Platz, nicht nur in der ersten Reihe.

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Ausreichend Fuß -und Kopfraum

Der lange Radstand von 2,78 Metern kommt auch den Insassen auf der Rücksitzbank zugute. Das Panorama-Glasdach erstreckt sich fast über die komplette Kabine.

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Große Klappe, viel dahinter

Bis zu 1575 Liter fasst der Kofferraum des ID.4, wenn man die Rücksitzlehnen komplett umklappt und man ihn bis zur Decke belädt. Einen elektrischen Antrieb für die Heckklappe gibt es ebenso als Option wie eine Anhängerkupplung für Lasten bis zu 1000 Kilo Gewicht.

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Silke Bagschik, bei VW verantwortlich für Vertrieb und Marketing der Elektroautos, sieht den ID.4 im Wettbewerb trotzdem gut aufgestellt: Das Tesla Model Y, derzeit noch Benchmark in dem Segment, sei rund 10.000 Euro teurer – und obendrein das schlechtere Gesamtpaket, argumentierte sie bei einem Pressegespräch im Vorfeld der Weltpremiere. Der ID.4 biete trotz knapperer Abmessungen mehr Platz im Innenraum und eine bessere Verarbeitung sowie ein futuristischeres Styling. Ähnlich hatte sie auch kürzlich in einer Investorenkonferenz argumentiert – und dabei eingestehen müssen, dass das Tesla Model Y zumindest bei der Ladegeschwindigkeit und Beschleunigung derzeit noch besser abschneidet.

In punkto Software-Integration holt Volkswagen immerhin auf: Während die ersten 20.000 Exemplare des ID.3 aufgrund einiger „Korrekturschleifen“ noch mit eingeschränkten Funktionalitäten ausgeliefert werden mussten, wird der ID.4 vom Start weg alles aufbieten, was die neue Elektronik-Plattform vw.OS in Sachen Connectivität aufzubieten hat – bis hin zu regelmäßigen Software-Updates over the Air.

Nach dem kompakten ID.3 schickt Volkswagen nun sein zweites Elektroauto auf der neuen MEB-Plattform ins Rennen. Wir sind den E-SUV bereits gefahren. Elektroauto

Spannend wird nicht nur zu sehen sein, wie sich der ID.4 gegen den ID.3 schlägt. Auch der Wettbewerb zwischen dem ID.4 und dem in Tschechien produzierten Skoda Enyaq iV (Basispreis in Deutschland mit 77 kWh-Akku und 150 kW-Maschine: 43.950 Euro) verspricht prickelnd zu werden.

Bagschik erwartet eine Relation 50:50 zwischen ID.4 und ID.3 – und sieht den VW von seinen Schwestermodellen bei Skoda wie auch von Audi klar differenziert: „Die Autos haben völlig unterschiedliche Charaktere“. So habe der ID.4 ein futuristisches Styling, der Enyaq komme mit seiner großen Kühlermaske deutlich traditioneller daher. Und der Audi Q4 e-tron werde ganz klar als Premiumprodukt positioniert: „Die nehmen sich nichts.“

Man wird sehen: Die ersten Exemplare des ID.4 sollen noch in diesem Jahr ausgeliefert werden. Und im nächsten Jahr folgt nicht nur eine nochmals stärkere Version mit Allradantrieb, sondern es folgen dann auch die Streiche drei und vier: Der ID. Crozz alias ID.5 sowie der von vielen heiß ersehnte ID.Buzz. Der ID.5 ist angeblich schon fertig. Und laut Bagschik wird an dem Microbus zwar noch intensiv gearbeitet. Aber es lasse sich schon absehen: „Er wird ganz großartig.“

Sieben gegen Tesla
Bis 2029 will Volkswagen bis zu 75 Elektroautos auf den Markt bringen. Das Rendering zeigt die ersten Vertreter der jungen Familie, Serienautos und Konzeptfahrzeuge: (v.l.) ID. BUZZ, ID. VIZZION, ID. SPACE VIZZION, MEB Plattform, ID.3, ID.4 und ID. ROOMZZ.

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