Wie funktioniert die App im Ausland?

Im Ausland kann die App ebenfalls IDs mit solchen Geräten austauschen, die über die neue Bluetooth-Schnittstelle verfügen. Allerdings ist es bislang nicht möglich, Betroffene untereinander zu informieren, wenn die Apps von unterschiedlichen Gesundheitsbehörden stammen. Das wäre nur möglich, wenn die Server sämtliche Daten untereinander austauschten. Daher ist es derzeit erforderlich, bei einer Auslandsreise die jeweilige App des Gastlandes zu installieren.

Es gibt jedoch Bestrebungen, die dezentralen Apps auf Basis von DP-3T untereinander kompatibel zu machen. Möglicherweise wird dazu ein EU-weiter Roamingserver installiert. Mit Ländern wie Frankreich, die nicht auf einen dezentralen Ansatz setzen, wird eine Interoperabilität der Apps allerdings kaum umzusetzen sein.

Wie unsicher ist Bluetooth?

Wer die App nutzen möchte, muss dauerhaft die Bluetooth-Funktion seines Handys eingeschaltet haben. Das kann ein Sicherheitsrisiko darstellen. Erst Anfang Februar 2020 wurde eine Sicherheitslücke im Bluetooth-Stack von Android-Geräten gefunden.

Auf dem 36C3 Ende 2019 in Leipzig wurde über grundlegende Probleme mit den Funkchips in Smartphones berichtet.

Ende Mai 2020 veröffentlichten Sicherheitsexperten eine Lücke, mit der sich die Authentifizierung des Bluetooth-Stacks austricksen lässt.

Kann man die Tracing-Funktion ein- und ausschalten?

Die Tracing-Funktion ist nur dann aktiv, wenn sie über eine Corona-App ausdrücklich aktiviert wurde. Sie lässt sich über die App auch jederzeit wieder aus- und einschalten. Zudem lassen sich in den Einstellungen der Google-Play-Dienste die gespeicherten Daten löschen.

Die Bluetooth-Schnittstelle selbst lässt sich nicht ohne weiteres entfernen. Dazu ist es bei Android-Geräten erforderlich, die Google-Play-Dienste auf Werkseinstellungen zurückzusetzen (Anleitung). Langfristig soll die Schnittstelle ohnehin in das Betriebssystem direkt integriert werden.

Blockiert die App eine parallele Nutzung des Bluetooth-Moduls für andere Zwecke?

Nein. Wenn die Schnittstelle aktiviert ist, lassen sich alle anderen Bluetooth-Funktionen weiterhin nutzen.

Warum muss die Standortermittlung aktiviert werden?

Bei Android-Geräten muss normalerweise die Standortermittlung aktiviert werden, wenn Bluetooth LE genutzt werden soll. In einer früheren Spezifikation (PDF, Version 1.2) hatte Google mitgeteilt, dass für die Schnittstelle – anders als bei Bluetooth LE üblich – die Freigabe der genauen Standortermittlung (access fine location) per GPS nicht erforderlich sei. Jedoch sollte zumindest die grobe Standortermittlung (access coarse location) aktiviert sein, die den Standort anhand von WLAN- und Mobilfunkdaten bestimmt.

Diese Vorgabe wurde später abgeändert (PDF, Version 1.3.2), so dass inzwischen kein Zugriff durch die App auf die Standortdaten mehr zulässig und erforderlich ist.

Allerdings wird bei der Aktivierung der Schnittstelle verlangt, die Standortermittlung zu aktivieren. Die App funktioniert aber offensichtlich auch dann, wenn die Freigabe anschließend wieder deaktiviert wird. Tests von Golem.de haben ergeben, dass sich die Standortfreigabe je nach Android-Version unterschiedlich auswirkt. So wird unter Android 10 auch die GPS-Ortung aktiviert. Das ist bei Android 9 offenbar noch nicht der Fall.

Welche Geräte können die App nutzen? Das erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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1 Kommentar

  1. Avatar

    Ich habe die Corona App wieder von meinem Xiaomi Smart Phone gelöscht, weil sie entgegen Ihrem Bericht, keine Musikwiedergabe über Bluetooth zugelassen hat. Danach hat die Musikwiedergabe wieder funktioniert.

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