Derartige Ideen gab es vor Jahren schon einmal im Rheinland: Angedacht war eine Schnellbootverbindung zwischen Bonn, Köln und Düsseldorf. Allerdings sollten die Boote damals auch dieselgetrieben sein, wenn ich mich recht entsinne.

Mit einem Elektroboot würden die Betriebskosten immerhin um 90 Prozent geringer sein. Und Probleme mit Lärm und Abgasen gäbe es auch nicht. Damit wird ein solches Konzept für jede Stadt interessant.

Die Tragflügeltechnik der Candela ist sehr komplex..

In der Tat. Da stecken vier Jahre harte Arbeit drin. Es war sehr schwierig, die Idee umzusetzen.

Wie ist der Kontakt mit Torqueedo zustande gekommen?

Für die ersten Prototypen der Candela haben wir noch eigene Batteriepakete gebaut. Aber mit Blick auf die beschränkten Kapazitäten haben wir uns dann entschieden, uns auf das Tragflächenkonzept zu konzentrieren und bei der Energieversorgung auf ein bewährtes System zu setzen. Das Konzept von Torquedoo mit einer Batterie von BMW schien uns am besten geeignet. Und wir haben auch sehr schnell einen Draht zueinander gefunden, um das System an unsere Bedürfnisse anpassen zu können.

Nur Fliegen ist schöner
Mit einer Geschwindigkeit von 30 Knoten schießt die Candela Seven über die Wasseroberfläche. Mit einer Akkuladung kommt sie bis zu 92 Kilometer weit – wenn der Steuermann das Tempo rechtzeitig drosselt. Foto: Candela

Wie groß ist eigentlich die Reichweite der Candela 7 unter Alltagsbedingungen?

Bei einer Geschwindigkeit von etwa 20 Knoten kommt man auf jene 50 nautische Meilen, die ich angepeilt hatte. Bei Vollgas sind es etwa 30 Prozent weniger.

Und wie lange dauert es, die Batterie wieder zu laden?

Wenn man dreiphasig lädt, etwa vier Stunden. Aber vielen unserer Kunden reicht es, wenn sie über Nacht laden können. Sie fahren das Boot ja meist auch nur zwei bis drei Stunden am Stück. Von daheim zu ihrem Sommerhaus oder auf irgendwelchen Seen wie dem Lago di Como oder dem Starnberger See. Da sind die Entfernungen nicht allzu groß.

Die Candela 7 ist kein billiges Vergnügen. Das Boot kostet 245.000 Euro, etwa doppelt so viel wie ein gleich großes Sportboot mit konventionellem Antrieb. Wer kauft sich so etwas?  

Wir haben inzwischen 14 Boote ausgeliefert. Was kann ich über die Käufer sagen? Nun, sie sind stark technikinteressiert und umweltbewusst.

Und fahren einen Tesla?

(Lacht) Allesamt. Wir haben keinen einzigen Kunden, der nicht einen Tesla in der Garage stehen hat. Die würden sich niemals ein benzingetriebenes Boot zulegen.

Insofern müssen sie die auch nicht lange vom Elektroantrieb überzeugen?

Torqeedo produziert Elektromotoren für Boote. In großen Städten will das Unternehmen so für sauberere Luft sorgen - und hat prominente Kunden. Schiffe

Nein, die kommen aus freien Stücken zu uns. Aber langfristig gesehen werden wir uns nicht allein auf diese Klientel stützen können. Wir arbeiten deshalb sehr hart daran, die Herstellkosten zu senken und damit das Boot preiswerter zu machen. Denn wenn es einen Effekt auf die Umwelt haben soll, muss das Boot in großen Stückzahlen auf das Wasser kommen.

Wie viele Bestellungen liegen denn aktuell vor?

Im Augenblick sind es noch 17. Wir hatten vor, dieses Jahr 20 Boote zu bauen. Aber Corona hat die Planung natürlich über den Haufen geworfen.  

Um das Boot billiger anbieten zu können und auf größere Stückzahlen zu kommen, müssten wahrscheinlich die Batterien noch erheblich billiger werden.

Die Batteriekosten sind natürlich hoch, aber sie bereiten uns nicht die größten Kopfschmerzen. Denn aufgrund unseres Konzepts kommen wir mit kleineren Kapazitäten aus als andere E-Boot-Hersteller. Da sind die Karbonteile, die wir verwenden, um das Boot möglichst leicht zu machen, schon eher eine Herausforderung.    

Was kommt nach der Candela 7 – eine Candela 8 oder 9? Wir arbeiten in der Tat an einem etwas größeren Boot- Und an dem erwähnten Fährkonzept. Das wird dann kein Sportboot mehr sein. Um die Mittel dafür zu bekommen, auch für die Entwicklung der Selbstfahr-Technologie und den Ausbau der Produktion, haben wir kürzlich eine neue

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