Wie gut sind die Assistenten?

„Wir haben schon vor mindestens fünf, sechs Jahren darauf hingewiesen, dass es da große offene Fragen gibt und die Performance je nach Hersteller sehr, sehr unterschiedlich ist“, sagt Arnulf Thiemel vom ADAC-Technikzentrum im Gespräch mit Golem.de und fügt hinzu: „Aus Sicht des ADAC ist die Zuverlässigkeit dieser ISAs im Moment nicht überzeugend.“

Dafür gibt es aus Sicht des Verkehrsclubs „leider einen ganzen Strauß von Gründen“. Das fange damit an, dass nicht jedes Fahrzeug gleich gut sei, also es an den Herstellern liege. Neben der Erkennungsleistung der Kamera und des Systems spielt laut Thiemel die Kartenbasis eine wichtige Rolle. So seien die Karten zum einen nicht immer auf dem aktuellsten Stand, zum anderen versäumten es Fahrer, die Kartendaten zu aktualisieren.

Dabei muss man den Herstellern zugutehalten, dass gesetzlich eine recht hohe Fehlerquote erlaubt ist. So heißt es in der Verordnung: „Die korrekte Geschwindigkeitsbegrenzung muss für mindestens 90 Prozent der Gesamtstrecke und für mindestens 80 Prozent der auf jeder der drei Straßenarten (Stadtstraßen, Außerortsstraßen sowie Autobahnen/Schnellstraßen/Straßen mit zwei getrennten Fahrbahnen) zurückgelegten Strecke ermittelt werden.“

Die Prozentangabe gilt für die Strecke

Das bedeutet jedoch nicht, dass 90 Prozent der Schilder erkannt werden müssen. Denn die Prozentvorgabe gilt für die Länge der Strecke. Zudem müssen längst nicht alle Schilder erkannt werden, sondern lediglich diejenigen, die im Anhang zur Verordnung aufgeführt sind. Darin sind jedoch keine Tempolimits enthalten, die zeitlich eingeschränkt sind oder nur bei besonderen Fahrbahnsituationen wie Nässe oder für spezielle Fahrzeugtypen wie Lkw gelten. Sehr viele Tempolimits haben jedoch solche Einschränkungen.

Ebenfalls sind in dem Anhang keine elektronischen Wechselverkehrszeichen abgebildet, wie sie beispielsweise auf Autobahnen zur Steuerung des Verkehrs zum Einsatz kommen. Das heißt: Selbst wenn ein Fahrzeug die 90-Prozent-Regel erfüllt, heißt das nicht, dass es damit tatsächlich auf 90 Prozent der Strecke alle Schilder mit Geschwindigkeitsbegrenzung korrekt erfasst.

Wobei je nach Hersteller nach unserer Einschätzung durchaus gute Werte erzielt werden.

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