Assistenten werden abgeschaltet

Die EU-Verordnung macht dazu wenig Vorgaben. Es heißt lediglich: „Nach einer manuellen Deaktivierung des ISA muss es dem Fahrzeugführer möglich sein, ihn mit nicht mehr als der Anzahl von Handgriffen wieder zu aktivieren, die zur Deaktivierung erforderlich waren.“

Bei Mercedes gibt es dem ADAC zufolge inzwischen auf dem Zentraldisplay oben links ein Verkehrszeichenschild. Damit lassen sich die Warnungen deaktivieren. Bei BMW reicht es aus, die Set-Taste länger zu drücken. Bei Marken wie Hyundai oder Kia gibt es auf dem Lenkrad frei belegbare Tasten, mit der sich die Warnfunktion ausschalten lässt.

Doch das kann eigentlich nicht die Lösung des Problems sein. „Die Systeme müssen einfach besser werden“, fordert daher Manuel Griesmann, Referent Fahrzeugtechnik, „weil ein abgeschaltetes Assistenzsystem Sicherheitspotenzial verschenkt“. Die vorhandenen Daten müssten genutzt und gebündelt werden und möglichst aktuell dann praktisch in das Material einfließen.

„Autohersteller sollten Eigenverantwortung zeigen“

Diesen Datenaustausch sieht eine EU-Verordnung vor, die im Dezember 2014 erlassen wurde. Darin heißt es: „Straßenverkehrsbehörden, Straßenbetreiber, Hersteller digitaler Karten und Dienstanbieter (…) arbeiten zusammen, um sicherzustellen, dass etwaige Ungenauigkeiten der statischen Straßendaten unverzüglich an die Straßenverkehrsbehörden und Straßenbetreiber, von denen die Daten stammen, gemeldet werden.“ Dieses Konzept scheint in der Praxis nicht richtig zu funktionieren.

Noch besser wäre es natürlich, wenn die Erkennungssysteme so gut wären, dass ein Rückgriff auf die Karten nicht notwendig wäre. „Als ADAC würden wir uns sehr freuen, wenn die Hersteller Eigenverantwortung zeigen und sagen: ‚Wir machen die Systeme besser mit allen Möglichkeiten, die wir haben.‘ Und nicht erst warten, bis aus Brüssel oder aus Berlin ein Gesetz dazu kommt“, sagt Thiemel.

Generell spricht sich der ADAC gegen eine „überbordende Regelungsflut aus. „Aber wenn es nicht funktionieren sollte, und wir werden es ja auch weiterhin testen, gerade die ISAs, dann muss es wegen mir eine Vorschrift sein“, sagt Thiemel.

Mitarbeit: Werner Pluta

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