Mehr Geld für kleinere Autos, insgesamt höhere Zuschüsse, besondere Förderung für Taxen. Innerhalb der Bundesregierung, aber auch bei den Fahrzeugherstellern gab es unterschiedliche Ideen, wie sie den Kauf von Elektroautos fördern wollten – auch um drohende Fahrverbote in den Innenstädten zu vermeiden. Denn eigentlich läuft der Umweltbonus, wie er offiziell heißt, am 30.6. aus.

Doch jetzt hat die Große Koalition einfach die bereits existierenden Spielregeln bis Ende 2020 verlängert. Das teilte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nun mit: „Wir brauchen Kontinuität bei der Förderung“, begründet er die Entscheidung. Die Kaufprämie habe sich in der Praxis bewährt, die Zahl der Anträge steige stetig – aber „langsamer als wir das erhofft hatten“, räumt der Minister ein. So haben Autokäufer erst knapp ein Drittel des insgesamt 1,2 Milliarden Euro schweren Fördertopfes abgerufen, wie sich aus Zahlen des für die Vergabe zuständigen Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) ergibt (Stand 30. April, PDF).

Zusätzliches Geld für ein akustisches Warnsystem

Für das zögerliche Abrufen der Prämie macht Altmaier auch die Industrie verantwortlich, die sich zur Hälfte an der Umweltprämie beteiligt: „Die Nachfrage hängt am Angebot“, erklärt er. Die Zahl der verfügbaren E-Modelle wachse zwar, aber die Industrie sei gefragt, noch bessere Angebote zu machen. „International erfolgreiche E-Autos sind auch entscheidend für den zukünftigen Erfolg unserer Autoindustrie und damit für hunderttausende Arbeitsplätze in Deutschland.“

Wie bisher erhält also der Käufer eines reinen Elektroauto – egal ob mit Batterie oder Brennstoffzelle – 4000 Euro Zuschuss. Wer einen Plug-in-Hybrid erwirbt, bekommt 3000 Euro. Der Netto-Listenpreis des Basismodell muss unter 60.000 Euro liegen. Neu ist: Wer ein akustisches Warnsystem für blinde und sehbehinderte Menschen in sein Fahrzeug einbaut, wird mit 100 Euro gefördert. Die Anträge bearbeitet das Bafa.

Scheuer und Volkswagen wollten eine soziale Komponente

Dabei hatte Altmaiers Kollege, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ganz andere Ideen gehabt. Er wollte Stromer, die weniger als 30.000 Euro kosten, sogar mit 4000 Euro vom Staat bezuschussen, teurere Modelle sollten 2500 Euro bekommen. Die Absicht: So sollten auch Menschen mit geringerem Einkommen auf die Elektromobilität umsteigen können. Unklar blieb, ob die Autohersteller ihren Anteil entsprechend angehoben hätten.

Volkswagen wiederum hatte in einem Strategiepapier fürs Bundesfinanzministerium vorgeschlagen, dass Besitzer von E-Autos, die weniger als 20.000 Euro kosten, den Ladestrom umsonst erhalten sollten. Oder Fahrzeuge, die kürzer als vier Meter lang sind, besonders gefördert würden. Diese Ideen stießen bei BMW und Daimler prompt auf wenig Gegenliebe, da sie vor allem größere und teurere Modelle anbieten.

Immerhin, bei allen Diskussionen: Jetzt herrscht Klarheit, wie es mit der Umweltprämie weitergeht.

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