Auf K folgt im Alphabet bekanntlich das L. Und bei Opel sieht man keinen Grund, davon abzurücken: Der neue Astra, der im Herbst – wohl unmittelbar nach der IAA in München – als Nachfolger des seit 2015 angebotenen Astra K auf den Markt kommt, trägt in der hausinternen Nomenklatur das L. Was auch sonst? Trotzdem wird der Modellwechsel ein deutlicher Bruch sein – stilistisch wie technologisch. Das zeigen die Fotos, die Opel jetzt veröffentlichte – und die Informationen, die in den vergangenen Wochen aus dem Unternehmen nach außen drangen.

Fest steht: Der neue, 4,37 Meter lange und 1,86 Meter breite Opel Astra wird als erstes Fahrzeug in der mittlerweile 30-jährigen Modellhistorie (der erste wurde in der hausinternen Nomenklatur mit Rücksicht auf den Vorgänger namens Kadett übrigens als F geführt) elektrisiert. Ob mehr oder minder, steht noch nicht so ganz fest. Bestätigt sind von Opel vorerst nur zwei Plug-in-Hybride mit 81 kW (110 PS) und 165 kW (225 PS) Leistung. Der im Unterboden versteckte Lithium-Ionen-Akku hat eine Kapazität von 12,4 kWh. Damit soll der Kompaktwagen immerhin Strecken von bis zu 60 Kilometern vollelektrisch zurücklegen können.

Opel Astra mit neuem Front-„Vizor“
Der Kompaktwagen baut auf der EMP2-Plattform der Stellantis-Gruppe auf, die für Antriebe aller Art vorbereitet ist. Ob es das „Herz der Marke Opel“ auch mit einem vollelektrischen Schrittmacher gibt, steht noch nicht fest – nur ein Plug-in ist bestätigt. Computerdesign: Reichel

Ginge da nicht noch mehr? Hartnäckig halten sich die Gerüchte, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Vollstromer nachgereichet werden könnte – der geplante Manta-E macht noch keinen Sommer. Und die Efficient Modular-Plattform 2 (EMP2) des Stellantis-Konzerns gäbe es schon jetzt her – sie ist für verschiedene Antriebskonzepte vorbereitet. Ein Vollstromer nutzt bereits die Plattform: Der Elektro-Transporter Opel Zafira-e. Zwischen den Achsen sitzen hier Akkus mit Speicherkapazitäten von 50 und 75 Kilowattstunden. Ein Astra-e könnte damit locker auf Reichweiten von bis zu 500 Kilometer kommen – wenn sich die Unternehmensleitung dazu entschließen sollte. Etwa, um dem ID.3 von Volkswagen Paroli bieten zu können. Die neue Plattformstrategie der Stellantis-Gruppe sollte dafür einiges hergeben. Lassen wir uns überraschen.

Aber erst einmal richtet Opel die Aufmerksamkeit auf andere Besonderheiten beim neuen Astra. Auf das Design und den neuen Blickfang der Marke, den „Vizor“ genannten Frontgrill, den wir schon vom Mokka kennen und der für den Astra nochmals verfeinert wurde. Unter anderem dank ultraschlanker LED-Scheinwerfer, die sich mit 168 Einzeleinheiten adaptiv dem Verkehr und den Fahrbahnverhältnissen anpassen können. Und Fortschritte gibt es auch aus dem Innenraum zu vermelden. Das digitale „Pure Panel“ genannte Cockpit nimmt die Linien des Vizors auf und ist nun vollverglast. Zudem wurden die flachen Bedientasten „neu modelliert und auf ein Minimum reduziert“. Auch ein neues Lenkrad gibt es. Wow. Wir sind gespannt – auch wie sich 13 Millimeter mehr Radstand auf die Beinfreiheit und den Sitzkomfort in der zweiten Reihe auswirken.

Demnächst mehr dazu in diesem Theater: Ende August wird der neue Astra in allen Details vorgestellt – vor der IAA in München, auf der die Stellantis-Gruppe samt Opel aus „Termingründen“ nicht vertreten sein wird. In den Handel rollt der neue Hoffnungsträger allerdings auch erst zu Beginn des neuen Jahres.

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