Auch wenn es in den vergangenen Jahren in Wolfsburg mächtig geknirscht hat – auch weil die neuen Elektromodelle zunächst allerhand Probleme bereiteten – ist Volkswagen mit seinen Batterieautos nun auf der Erfolgsspur unterwegs. In vielen Ländern Europas stehen die Fahrzeuge aus der MEB-Familie ganz oben in den Zulassungsstatistiken. In Deutschland etwa ist der VW ID.7 derzeit das meistverkaufte Elektroauto mit über 30.000 Neuzulassungen bis Ende November – gefolgt vom kompakten ID.3.

Noch größer sind die Erwartungen an die neue vollelektrische Kleinwagenfamilie, die ab kommendem Jahr auf die Straßen rollt. Den Anfang macht im Frühjahr der VW ID.Polo nebst GTI-Ableger – offizielle Weltpremiere ist am 15. Dezember. Und der zweiten Hälfte 2026 folgt dann unter der Modellbezeichnung ID.2X das auf der IAA in München vorgestellte Konzeptauto VW ID.Cross in den Handel. Der kleine Stromer wird dann den noch konventionell angetriebenen VW T-Cross ablösen.

Pure Positive 
VW-Chefdesigner Andreas Mindt hat demSchwestermodell des kommenden ID.Polo eine Form gegeben, die viel Anklang finden dürfte.
Pure Positive
VW-Chefdesigner Andreas Mindt hat demSchwestermodell des kommenden ID.Polo eine Form gegeben, die viel Anklang finden dürfte.

Der 4,16 Meter lange Crossover nutzt die Konzernplattform MEB+, auf der auch der Cupra Raval und der Skoda Epiq sitzen. Beim ID.2X wird ein Elektromotor mit einer Spitzenleistung von beachtlichen 155 kW oder 211 PS an der Vorderachse sitzen – das ist fast schon GTI-Format. Betrieben wird der mit Strom aus zwei Akkus. Der kleinere hat eine Speicherkapazität von lediglich 38 Kilowattstunden. Deutlich alltagstauglicher ist das größere Batteriepaket, das 56 kWh aufnimmt. Reichweiten von immerhin 420 Kilometer sollen damit dann möglich sein. Bei der Version mit dem kleinen Akku sind – unter idealen Bedingungen – angeblich Ausfahrten von 350 Kilometer ohne Ladepause drin. Das reicht für den Stadt- und Regionalverkehr.

Vom ID.Polo unterscheidet sich der kleine SUV durch eine robuste Optik mit verbreiterten Radhäusern, in denen beim Konzeptauto 21-Zoll-Räder und Reifen im Format 235/40er stecken. Beim Design haben die neuen Familienmitglieder einen spürbaren Schritt nach vorn gemacht, nachdem die ersten ID-Modelle aufgrund ihrer gewöhnungsbedürftigen Optik viel Kritik ernten mussten. „Wir nennen unsere neue Designsprache ‚Pure Positive‘. Wir setzen dabei auf eine pure und kraftvolle Klarheit, eine visuelle Stabilität und eine positive, sympathische Ausstrahlung der Fahrzeuge“, sagt Chefdesigner Andreas Mindt. „Die klaren Linien und kraftvollen Flächen formen ein SUV, das keinem Trend hinterherläuft, sondern Trends setzt und die Identität der Marke in die Zukunft überführt.“

Volle Fahrt voraus 
Unser Autor am Steuer des ID.Cross Concept, der einen Vorgeschmack auf den ID.2X gibt. Der Innenraum sieht stylish aus, ohne dass die Funktionalität leidet: Funktionstasten unter anderem zur Steuerung der Klimaanlage finden sich unter dem Zentraldisplay. Ein Handschuhfach haben sich die Designer gespart. Fotos: VW
Volle Fahrt voraus
Unser Autor am Steuer des ID.Cross Concept, der einen Vorgeschmack auf den ID.2X gibt. Der Innenraum sieht stylish aus, ohne dass die Funktionalität leidet: Funktionstasten unter anderem zur Steuerung der Klimaanlage finden sich unter dem Zentraldisplay. Ein Handschuhfach haben sich die Designer gespart. Fotos: VW

Im Innenraum bietet der zukünftige ID.2X ein gutes Platzangebot für vier und notfalls sogar fünf Personen. Beim Konzeptauto ID.Cross lassen sich sogar beide Sitzreihen umklappen, um eine ebene Liegefläche für zwei Personen zu schaffen. Wir sind gespannt, ob es dieses Detail wie beim kleinen Hyundai Inster in die Serienversion schafft. Der Kofferraum fasst 450 Liter fasst und wird durch einen Frunk mit einem Fassungsvolumen von 25 Litern ergänzt – den perfekten Aufbewahrungsort für das Ladekabel.

Einstiegspreis von deutlich unter 30.000 Euro

Das Armaturenbrett verfügt über ein digitales Kombiinstrument mit 11 Zoll Diagonale und ein Infotainmentsystem mit einem 13-Zoll-Touch-Bildschirm, über den die meisten Funktionen gesteuert werden. Physische Tasten darunter machen die Bedienung der Klimaautomatik leichter. Taster für die Verstellung der Außenspiegel und aller vier Fensterheber befinden sich wie bei VW üblich in der Fahrertür.

Im Innenraum dürften die harten Oberflächen im Serienmodell erhalten bleiben, allerdings in dunkleren Farbtönen als beim Konzeptauto. Die Lösung, auf ein Handschuhfach zu verzichten und stattdessen zwei verschließbare Fächer in den vorderen Türarmlehnen zu integrieren, könnte durchaus umgesetzt werden. Der Innenraum wirkt dank der großen Glasflächen in Türen Dach luftig und hell. Ja, der elektrische Nachfolger des VW T-Cross hat das Zeug zum Bestseller. Zumal Volkswagen einen Einstiegspreis von deutlich unter 30.000 Euro verspricht.

(Bearbeitet und ergänzt von Franz Rother)

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9 Kommentare

  1. Tutnixzursache

    Sorry, dass ich so penetrant bin….ungetarnt?

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    • Franz W. Rother
      • Tutnixzursache

        Bisher stellen alle Medien heute den ID Polo nur getarnt vor. Wo kann ich den ID Polo ungetarnt sehen?

        Antworten
        • Franz W. Rother

          Dauert wohl doch noch eine Weile. Vielleicht sind wir am 9. Januar schlauer – nach der Autoshow in Brüssel

          Antworten
          • Franz W. Rother

            Erfahre gerade: Die neuen werden am 23. März ungetarnt vorgestellt

  2. Duesendaniel

    Ich möchte einmal Danke sagen für die besonderen Artikel, deren Inhalte ich so in anderen Medien nicht, oder erst später finde.
    Edison ist wirklich eine tolle Ergänzung zu den anderen Plattformen über E-Mobilität.
    Aber eine Anmerkung noch zu diesem Beitrag:
    Polo und T-Cross sind Kleinwagen und gehören nicht zur Kompaktklasse.

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    • Franz W. Rother

      Vielen Dank für das Lob. Mit der Einordnung der beiden Autos haben Sie vollkommen recht. Wird korrigiert.

      Antworten
  3. tutnixzursache

    Verstehe ich den Text richtig, dass am 15. Dezember 2025 (das aktuelle Jahr) der ID Polo ungetarnt vorgestellt wird?

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    • Franz W. Rother

      Korrekt

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