Über Monate lieferten sich die Schweizer Familie Ouboter mit dem deutschen Unternehmer Klaus Frers einen erbitterten Streit um die Rechte am elektrischen Kabinenroller, den sie ursprünglich gemeinsam auf den Markt bringen wollten. Anfang des Jahres haben sich beide Seiten außergerichtlich geeinigt – und gehen nun getrennte Wege. Die westfälische Artega will in wenigen Wochen ihre Version des Minimobils für zwei Personen unter dem Namen Karo-Isetta auf den Markt bringen.

Die eidgenössische Micro Mobility Systems plant dagegen die Erstauslieferung ihres Microlinos erst im kommenden Jahr. Der Grund für die Verzögerung: Wim Ouboter und seine zwei Söhne Merlin und Oliver Ouboter mussten mit der italienischen Cecomp erst einmal einen neuen Produktionspartner finden. Und sie haben noch einmal am Konzept des Kabinenrollers gefeilt.

Das Ergebnis wollen sie jetzt auf dem Genfer Automobilsalon Anfang März vorstellen. So haben die Ouboters bei der neuen Generation des Fahrzeugs die Hinterachse stark verbreitert, was die Stabilität erhöht und so Sicherheit und Fahrverhalten zu Gute kommen soll. Ein neuer Elektromotor soll leistungsstärker und effizienter sein, an der Reichweite von bis zu 200 Kilometern ändert sich so nichts.

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Gespannter Auftritt

Die Microlinos der zweiten Generation wirken straffer. Sie haben neue Front- und Rückleuchten bekommen. Die A-Säule vorne ist schmaler, was die Rundumsicht für den Fahrer verbessern soll. Foto: Micro Mobility Systems

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Klare Linie

Der neue dreirädrige Elektroroller der Schweizer namens Microletta schafft Tempo 80, trotzdem darf ihn jeder bewegen, der einem Pkw-Führerschein besitzt. Foto: Micro Mobility Systems

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Kein Platzfresser

Der Elektroroller Microletta wirkt trotz seiner zwei Räder vorn relativ schmal. Der Preis von 4900 Euro steht bereits fest, aber noch nicht der Produktionsstart. Foto: Micro Mobility Systems

Im Innenraum hat sich auch etwas getan. Die Lenksäule ist nun am Chassis befestigt und nicht mehr an der nach vorne öffnenden Tür. Das soll das Lenkverhalten verbessern. Insgesamt versprechen die Ouboters mehr Platz und mehr Ergonomie im Inneren. Bei der Gestaltung des Fahrzeugs haben die Schweizer die 17.000 Interessenten, die einen Microlino bestellt haben, per Online-Umfrage eingebunden. „Auch in Zukunft werden unsere Kunden mitentscheiden können – etwa bei Felgen und Sitzbezügen“, verspricht Oliver Ouboter. Wichtiger Hinweis: Der Preis von 12.000 Euro soll sich nicht ändern.

Flinker Elektroroller

Volkswagen ID.4 Eigentlich wollte die Branche zum 90. mal ihr Frühlingsfest am Genfer See feiern - und dieses Jahr mit besonders vielen Elektromobilen. Doch dann kam die Absage in Folge der drohenden Corona-Epidemie. Wir haben dennoch einige der wichtigsten, geplanten Premieren des Autosalons zusammengetragen. Elektroauto

Ebenfalls in Genf wollen die Ouboters einen dreirädrigen Elektroroller vorstellen – wie es sie bereits von Peugeot und Piaggio gibt, allerdings mit Verbrennungsmotor. Die Microletta der Schweizer soll 100 Kilometer weit kommen, der Akku ist wechselbar und lässt sich daher auch in der Wohnung oder am Arbeitsplatz laden. Das Dreirad schafft in der Spitze 80 Kilometer pro Stunde. Dennoch darf es aufgrund der Bauform jeder Besitzer (über 21) eines Autoführerscheins bewegen. Das ist ein Vorteil gegenüber zweirädrigen Elektrorollern, die ein Fahrer jenseits von Tempo 45 nur mit Motorradführerschein bedienen darf.

„Durch die drei Räder ist das Fahrzeug auch für Unerfahrene einfach und sicher zu fahren und soll Leute zum Umsteigen auf elektrische und leichte Fortbewegungsmittel motivieren“, sagt Merlin Ouboter. Die zwei Räder erhöhen den Seitenhalt in Kurven und verbessern das Bremsverhalten. Der Preis wird 4900 Euro betragen, unverbindliche Reservierungen sind bereits möglich. Allerdings steht der Produktionsstart noch nicht fest, erst wolle sich das Unternehmen auf die Markteinführung des Microlino konzentrieren, heißt es aus der Schweiz.

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