Am Nissan Juke schieden sich seit seiner Premiere im Jahre 2010 schon immer die Geister. Für die einen war er die coolste Möglichkeit, einen sportlichen City-Crossover zu bewegen – andere hielten ihn für ähnlich unansehnlich wie einst den Fiat Multipla. Doch gerade die erste Juke-Generation war ein Imageträger für Nissan, ein kantiges Gesicht im nicht enden wollenden SUV-Sumpf mit einer heißen Nismo-Version als Kirsche auf dem Antriebsportfolio. Der Nachfolger wurde zahmer, verlor seine sportlichen Zähne und technische Besonderheiten wie etwa den Allradantrieb. Bisher wurden allein in Europa von den zwei Generationen mehr als 1,5 Millionen Fahrzeuge verkauft.

Jetzt soll die kommende Juke-Generation Nummer drei an alte Erfolge anknüpfen und wieder einmal für gute Schlagzeilen sorgen. Und dann auch gleich mit Stecker. Denn der Neuling soll gerade in Europa das ernsthafte Bestreben von Nissan unterstreichen, eine moderne Elektromarke zu werden. Unterwegs auf der CMF-EV-Plattform, wird die dritte Juke-Generation im britischen Werk Sunderland produziert. Nach Ariya, Townstar, Micra und dem neuen Leaf ist der Juke das fünfte Modell der neuen Elektropalette von Nissan Europa. Und ein elektrischer Kleinstwagen unterhalb des Micra wartet bereits auf seine Premiere.

Juke im Knitterlook 
Extravagant kommt der Nissan Juke der dritten Generation daher. Die Designer haben ihm ein Kleid ohne glatte Flächen im Stil eines Stealth-Bombers verpasst. Radarsysteme dürften an dem Elektroauto verzweifeln - und die Fahrer für Aufsehen sorgen.
Juke im Knitterlook
Extravagant kommt der Nissan Juke der dritten Generation daher. Die Designer haben ihm ein Kleid ohne glatte Flächen im Stil eines Stealth-Bombers verpasst. Radarsysteme dürften an dem Elektroauto verzweifeln – und die Fahrer für Aufsehen sorgen.

Das Design der neuen Generation im Knitterlok, präsentiert vor großem Publikum beim Markenevent in Yokohama, polarisiert noch mehr als das der beiden Vorgänger. Kanten, Fugen und Karosserieschnitte, wo es kaum jemand erwartet, dürften im Straßenverkehr für mächtig Aufsehen sorgen.

Verkaufsstart im Frühjahr 2027

Technisch ist der futuristisch gestylte Nissan Juke III eng mit den Nissan Leaf verwandt. Auch wenn die Japaner über die technischen Details kaum noch etwas preisgeben wollen, dürfte nicht nur die Plattform identisch sein, sondern dürften sich auch die Antriebe weitgehend entsprechen. Somit dürfte der Kunde auch beim elektrischen Nissan Juke, der im Frühjahr 2027 auf den Markt kommen soll, die Wahl zwischen zwei Batteriepaketen von 52 und 75 kWh haben, was für Reichweiten zwischen 450 und 630 Kilometern sorgen sollte. Während die Basisversion von einem 130 kW / 177 PS starken Elektromotor an der Vorderachse angetrieben wird, dürfte die Topversion demnach 160 kW oder 218 PS leisten.

Einfach krass 
Der vollelektrische Nissan Juke kommt im Frühjahr 2027 in den Handel. So futuristisch das Blechkleid, so rückständig dürfte da eine maximale Ladeleistung von 150 kW sein - eine 800-Volt-Architektur haben sich die Japaner gespart. Fotos: Nissan
Wie aus einer anderen Welt
Der vollelektrische Nissan Juke kommt im Frühjahr 2027 in den Handel. So futuristisch das Blechkleid, so rückständig dürfte da eine maximale Ladeleistung von 150 kW sein – eine 800-Volt-Architektur haben sich die Japaner gespart. Fotos: Nissan

Das Preisspektrum dürfte schon wegen des starken Wettbewerbs bei unter 40.000 Euro beginnen. Bleibt zu hoffen, dass beim Tempo nachgelegt wird, ehe der elektrische Juke aus Sunderland hinaus zu seinen europäischen Kunden rollt. Denn 160 km/h des Nissan Leaf sind als Höchstgeschwindigkeit ebenso blass wie eine Ladegeschwindigkeit von aktuell maximal 150 kW. Doch Nissan setzt nicht allein auf Elektroautos. Auch die hybriden E-Power-Modelle werden weiter ausgerollt.

„Europa spielt eine zentrale Rolle in Nissans Elektrifizierungsstrategie, und wir setzen weiterhin konsequent auf eine vollelektrische Zukunft“, sagte Massimiliano Messina, verantwortlich für Nissan in Asien, Europa und den Mittleren Osten. „Mit unserem schnell wachsenden Angebot an Elektrofahrzeugen bieten wir in jedem Segment mehr Auswahl und Innovation. Dabei profitieren wir von unserer starken Präsenz in den Bereichen Design, Entwicklung und Fertigung in der Region.“

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1 Kommentar

  1. Mathias

    ääähm…
    „…Denn 160 km/h des Nissan Leaf sind als Höchstgeschwindigkeit ebenso blass wie…“

    wir sollten vlt mal alle bissel unseren deutschen „Tempo-Neandertaler“ in Rente schicken und hoffen, dass endlich ne generelle Beschränkung auf 120 oder 130 km/h kommt, das spart nicht nur Sprit sondern auch Strom und wird vor allem die tödlichen Unfälle weiter nach unten bringen – auf ein paar Leute, die ihre Termine nicht gescheit planen können und dann fahren wie ne gesengte S.., muss man keine Rücksicht nehmen…

    Und für’s richtige Ballern kann man immer noch für 35€ die Runde auf den Nürburgring fahren, wo dann mancher Möchtegern „Schumi“ schnell den Schwanz einzieht, wenn die wirklich schnellen Kollegen vorbei kommen…

    nur meine 5 cent…

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