Faltdach kommt später – vielleicht

So, wie früher lassen sich die beiden Rücksitze verschieben, unabhängig voneinander jeweils bis zu 17 Zentimeter nach vorn und hinten, um wahlweise das Platzangebot für einen oder beide Passagiere im Fond zu vergrößern. Selbst die Lehnen der zweiten Sitzreihe lassen sich für mehr Bequemlichkeit in drei Positionen verstellen. Und die Rückenlehne des Beifahrersitzes lässt sich für eine Ladelänge von zwei Metern easy komplett umklappen. „So dass Gegenstände transportiert werden können, von denen man nie gedacht hätte, dass sie in ein so kleines Auto passen“, schwärmen sie da gleich bei Renault im Pressetext, ungeniert ignorierend, dass es dieses Funktion erst mit der teueren Techno-Ausstattung gibt.

Und nein Leute, diese fix bastelbare gigantische, beidseitige Liegefläche von über zwei Metern Länge des ersten Twingo, für die sich bei Bedarf (bei passenden Kuschelpartnern) unterwegs auch der Fahrersitz hinlegte, gibt es nun leider nicht mehr. Zack, schon wurde das Auto seinerzeit zum Minicamper. Und durchs geöffnete Faltschiebedach konnten wir uns noch ganz romantisch kurz vor dem Einschlafen sämtliche Sterne angucken. So ein smartes Dach ist ist für den Neuen erst einmal nicht im Programm, erfahren wir. „Aber vielleicht in der Zukunft“, verrät Bruno Vanel.

LFP-Akku mit 27,5 kWh Kapazität

Okay, Tschüss Liegefläche. Ist wohl alles zu teuer heute und vielleicht auch nicht mehr sicher genug. Wir hören jetzt auch schnell auf mit der Meckerei und kommen lieber zu den technischen Details des neuen Stromers. Die kostengünstige LFP-Batterie (Lithium-Eisenphosphat) des Twingo E-Tech Elektrisch, die der chinesische Konzernriese CATL zuliefert, besitzt laut Renault eine ideale Größe: Leicht (212 Kilogramm) und kompakt, soll sie mit netto 27,5 kWh nach WLTP-Norm eine Reichweite von bis zu 263 Kilometern ermöglichen. Im reinen Stadtverkehr sind es vermutlich über 300 Kilometer.

Bloß nicht hetzen
Bis zu 263 Kilometer kommt der Twingo mit einer Akkuladung. Geladen wird der Energiespeicher mit 11 kW an der Wallbox oder mit bis zu 50 kW am Schnelllader - so wie einst die Renault Zoe. Für Einsätze im Regionalverkehr ist das gut genug.
Bloß nicht hetzen
Bis zu 263 Kilometer kommt der Twingo mit einer Akkuladung. Geladen wird der Energiespeicher mit 11 kW an der Wallbox oder mit bis zu 50 kW am Schnelllader – so wie einst die Renault Zoe. Für Einsätze im Regionalverkehr ist das gut genug.

Sie hat zwar eine geringere Energiedichte als NMC-Akkus (Nickel-Mangan-Kobalt), aber ein für den Einsatz in der Stadt relativ ideales Verhältnis von Kosten und Reichweite. Und durch die Cell-to-Pack-Technologie (Batteriepack ohne Module) konnten sie bei Renault die Energiedichte im Verhältnis zu Größe und Gewicht der Batterie ordentlich optimieren. So sei es möglich gewesen, die Batteriekosten um 20 Prozent zu senken, ohne Kompromisse bei der Effizienz einzugehen, ist zu hören.

Strom fließt mit maximal 50 kW

Kombiniert ist die Batterie des Fronttrieblers mit einem kompakten 60-kW-Motor. Da reden wir also über schlanke 82 PS und ordentliche 175 Nm Drehmoment, was nicht so der Hammer, aber für den Stadtverkehr locker ausreichend ist. Wenn man sich mal überlegt, dass der erste Twingo mit 1,2 Liter Hubraum und 54 PS gestartet ist. Allerdings wiegt der elektrische Neuling nun auch mindestens 1200 Kilogramm, sein Uropa wog am Anfang gerade mal 890 Kilogramm. Gut, für den Ampelsprint auf 50 km/h verspricht Renault exakt eine Zeit von 3,85 Sekunden. Tempo 100 geht dann in 12,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei lediglich 130 km/h. Für Renault scheint das alles in bester Ordnung zu sein, man verspricht vollmundig „das beste Elektroerlebnis im A-Segment“. Zumal der Stromverbrauch, wie wir bei der Premiere in Paris gehört haben, nur so um gut 10 kWh pendeln soll. Ist natürlich auch eine einfache Rechenaufgabe.

Das Laden selbst? Auch nicht gerade rasant, aber hier vielleicht durchaus passend. Sämtliche Versionen des Twingo E-Tech Elektrisch werden serienmäßig mit einem AC11/DC50 kW-Bordladegerät ausgeliefert. Über das fünf Meter lange Mode-3-Kabel, das sich ideal für Wallbox-Steckdosen eignet, soll sich die Batterie in etwa 2 Stunden und 35 Minuten von 10 auf 100 Prozent aufladen. Und an einer DC-Schnellladestation soll diese Aktion in nur 30 Minuten funktionieren – im Bereich von 10 auf 80 Prozent.

Demnächst gut: Im kalten Winter lässt sich der Innenraum schon vor dem Fahrzeugstart vorheizen – auch über die neue My Renault App. So können Fahrerinnen und Fahrer in ein warmes und enteistes Fahrzeug einsteigen, während gleichzeitig Batterie und Reichweite geschont werden. Und das 11-kW-Wechselstrom-Ladegerät arbeitet sogar bidirektional: Über die Funktion V2L (Vehicle-to-Load) können 220-V-Geräte über einen Power-to-Object-Adapter an die Fahrzeugbatterie angeschlossen und dann mit einer Leistung von bis zu 3,7 kW versorgt werden.

Wie wäre es mit einer größeren Batterie? Im vierten Teil ein paar Infos dazu.

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