(Aktualisierung 24.5.) Pünktlich zur Öffnung des neuen Förderportals der Bundesregierung präsentiert Škoda in der Schweizer Eventlocation „Umwelt-Arena“ nahe Zürich sein neues Elektro-Einstiegsmodell. Der Škoda Epiq soll Elektromobilität erschwinglicher machen – und unter ganz bestimmten Voraussetzungen sinkt der ohnehin niedrige Basispreis durch die neue E-Auto-Prämie deutlich.
Der reguläre Einstiegspreis für den neuen Škoda Epiq liegt in Deutschland bei 25.900 Euro. Er kostet damit praktisch genau so viel wie der benzingetriebene Kamiq (ab 25.980 Euro). Wer die nun startende staatliche Förderung in Anspruch nimmt und die maximale Fördersumme von 6000 Euro erhält (die ausschließlich für Haushalte mit einem Jahreseinkommen von maximal 45.000 Euro und zwei minderjährigen Kindern gilt), kann den Kaufpreis sogar auf unter 20.000 Euro drücken.
Bestellbar ist das Einstiegsmodell Škoda Epiq Essence 35 voraussichtlich ab Ende September 2026. Zum Einstieg gibt es erst einmal nur den 155 kW starken Epiq Essence mit 55 kWh-Akku, der in der Basisausstattung 32.100 Euro kostet, mit allen Extras aber auf einen Preis von 37.460 Euro springt. Da hört der Spaß bei den meisten Interessenten wahrscheinlich auf.

Mit seiner Länge von 4,17 unterbietet der Epiq den Elroq um 30, den Enyaq fast um 50 Zentimeter. Wie die Brüder – und im Unterschied zum Cupra Raval – verfügt er über ordentliche Türgriffe und eine Beplankung, wie man sie von einem SUV erwartet. Ganz neu ist der Skoda-Schriftzug an der C-Säule, den bald alle SUVs von Skoda tragen und so vom Selbstbewusstsein der Marke künden. Bilder: Skoda
Der 4,17 Meter lange Epiq – die Schwestermodelle von VW und Cupra sind zwölf Zentimeter kürzer – nutzt als erstes Modell der Marke die neue MEB+-Elektroplattform des Volkswagen-Konzerns und verfügt ausschließlich über Frontantrieb. Eine Allradversion ist nicht geplant. Damit reiht er sich neben seinen Schwestermodellen VW ID.Polo und Cupra Raval in das Segment der kompakten Elektrofahrzeuge ein. Während die technologische Basis der drei Fahrzeuge identisch ist und sie sich auch preislich auf einem ähnlichen Niveau bewegen, liegt der wesentliche Unterschied in der Karosserieform: Beim Epiq handelt es sich um ein City-SUV, die beiden Schwestermodelle sind klassische Hatchbacks – Kleinwagen mit Schrägheck nach dem Vorbild des VW Golf. Gefertigt werden alle drei Modelle auf einer Linie bei Seat in Spanien. Das spart Kosten.
Neues Design mit verbesserter Aerodynamik
Der wesentliche Unterschied liegt jedoch in der Karosserieform und der damit verbundenen Markenphilosophie. Während der 4,05 Meter lange VW ID.Polo die Rolle des klassischen, funktionalen Kleinwagens einnimmt und der Cupra Raval auf ein sportlich-expressives Design setzt, wird der Epiq als robustes City-SUV positioniert. Dass Skoda sich im Unterschied zu VW und Cupra für ein City-SUV entschieden hat, ist laut Skoda-Technikvorstand Johannes Neft kein Zufall. „Wir haben uns deswegen entschieden, weil Skoda auch für Value for Money und auch für Space steht“, erklärte er am Rande der Weltpremiere. Als elektrischer Gegenpart zum Verbrenner-Modell Kamiq habe man sich für eine längere Variante mit mehr Überhang hinten entschieden.
Und obwohl die Plattform von Volkswagen stammt, bleibe genug Raum für Eigenständigkeit. „Wir nutzen sehr viel die Plattformen und Module, die wir vom Volkswagen-Konzern bekommen, und konstruieren darauf einen perfekten Hut“, so Neft. Dazu zähle nicht nur das Design, sondern auch das eigens entwickelte Bedienkonzept (HMI) und markentypische „Simply Clever“-Features.





Škoda legt den Fokus hierbei auf maximale Raumökonomie, Nutzwert und die markentypischen Alltagshilfen. Ohne dass der Spaß dabei zu kurz kommt: Die „First Edition“ überrascht mit einer Zweifarb-Lackierung der fröhlichen Art, mit feinen Linien und Kontrasten, die hoffentlich später auch für andere Modelle zu ordern sein wird.
Frunk als Ausstattungs-Option
Optisch vollzieht Škoda mit dem Epiq ohnehin einen erkennbaren Wechsel: Er ist das erste Serienmodell, das die neue Designsprache „Modern Solid“ vollständig umsetzt. Prägendes Merkmal an der Front ist die neue T-förmige Lichtsignatur. Dank diverser aerodynamischer Optimierungen, wie aktiven Kühlklappen und speziellen Abdeckungen, erreicht das Fahrzeug einen Luftwiderstandsbeiwert von nur 0,275.
Trotz einer überschaubaren Außenlänge von exakt 4.171 Millimetern bietet der Epiq im Innenraum markentypische Platzverhältnisse. Das Kofferraumvolumen fällt mit 475 Litern klassenunüblich groß aus. Zusätzlich steht unter der Fronthaube erstmals ein sogenannter „Frunk“ mit 25 Litern Fassungsvermögen für Ladekabel oder kleinere Gegenstände als Option zur Verfügung, der im Unterschied zu den Nachrüstlösungen mancher Teilelieferanten nicht das Crashverhalten verschlechtert. Bemerkenswert ist auch der Materialmix: Der Hersteller verzichtet beim Interieur komplett auf tierische Materialien und setzt stattdessen unter anderem auf Stoffbezüge aus 100 Prozent recycelten Polyesterfasern. Auf denen es sich, ergibt die Sitzprobe in Zürich, es sich gut aushalten lässt.
Antrieb und Ladetechnik
Škoda bietet den Epiq in drei Leistungsvarianten an: 35, 40 und 55 mit Leistungen von 115 PS, 135 PS und 211 PS (85 kW, 99 kW und 155 kW). Eine RS-Version ist zumindest aktuell nicht geplant. Bei den Batteriegrößen stehen Speicherkapazitäten von 38,5 kWh mit Lithium-Eisen-Phosphat-Chemie (LFP) und 55 kWh mit Nickel-Mangan-Kobalt-Chemie (NMC) zur Auswahl. Das Topmodell soll damit eine Reichweite von bis zu 440 Kilometern erreichen. An geeigneten Gleichstrom-Schnellladesäulen lässt sich der größere Akku dank einer stabilen Ladekurve in rund 24 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen.

Der Innenraum des Epiq mutet auf den ersten Blick etwas nüchtern an. Aber die Funktionalität ist ebenso gut wie die Materialgüte.
Technologisch bringt das Einstiegsmodell zwei relevante Neuerungen für die Marke mit: Zum einen unterstützt der Epiq bidirektionales Laden. Während Vehicle-to-Load über einen Adapter bereits möglich ist, sollen Vehicle-to-Home (V2H) und Vehicle-to-Grid (V2G) noch im Laufe dieser Fahrzeuggeneration folgen. „Am Fahrzeug braucht es nichts, das Fahrzeug ist vorbereitet dafür“, verspricht Neft. „Das ist eine reine Software-Sache und eine Wallbox, die dazu in der Lage sein muss.“
Epiq bleibt Einstiegsmodell
Zum anderen ermöglicht das System im B-Modus erstmals bei Škoda ein vollständiges One Pedal Driving mit einstellbarer Rekuperationsstärke. Das alles sind Features, die nicht nur den Wettbewerb mit den Konzernbrüdern spannend machen dürfte. Und wahrscheinlich auch heiter – für die Skoda-Händler im Land, die nach unserem ersten Eindruck mit großer Nachfrage nach dem Epiq rechnen dürfen.
Wer übrigens auf ein noch kleineres, noch günstigeres elektrisches Einstiegsmodell unterhalb des Epiq hofft, muss sich bei der Konzernschwester umsehen. „Die Marke Volkswagen besetzt dieses Thema und legt damit jetzt auch los“, stellte Neft klar. Bei Skoda werde es zum ID.Up von VW zum angepeilten Preis von 20.000 Euro keine Alternative geben.
Die neue Lichtsignatur fände ich beim Elroq auch zeitgemäßer, besonders von hinten wirkt der schon wie ein 10 Jahre altes Auto. Ich hoff es kommt da noch ein Facelift. Den Elroq mit Heckantrieb und 75kWh Batterie steht weit oben auf der Wunschliste. Außer Tesla bringt doch noch mal ein kleineres SUV.