Der Autokonzern Stellantis hat nun ebenfalls die Reißleine beim Thema Wasserstoff gezogen. Das Entwicklungsprogramm für wasserstoffbetriebene Nutzfahrzeuge wird mit sofortiger Wirkung eingestellt, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens, zu dem neben Peugeot, Citroen und Fiat Chrysler unter anderem auch Opel gehört.
„Der Wasserstoffmarkt bleibt ein Nischensegment ohne Aussichten auf mittelfristige wirtschaftliche Nachhaltigkeit“, erklärte Jean-Philippe Imparato, Chief Operating Officer von Stellantis für die Region Enlarged Europe. Das Unternehmen müsse klare und verantwortungsvolle Entscheidungen treffen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, so Imparato weiter – vor allem mit Blick auf die CO2-Vorgaben in Europa.

Vor allem Handwerkern wollte der Stellantis-Konzern mit Hinweis auf große Reichweiten und kurze Tankvorgänge den Umstieg auf Brennstoffzellen-Transporter wie den Peugeot e-Expert Hydrogen schmackhaft machen. Aufgrund des hohen Preises von 77.000 Euro blieb die Nachfrage nach dem Elektro-Löwen jedoch nur gering. Nun wird die Produktion eingestellt. Foto: Stellantis
Als Begründung nennt der Konzern fehlende Infrastruktur wie Wasserstoff-Tankstellen, hohe Investitionskosten und geringe Marktnachfrage. Stellantis erwarte nicht, „dass sich wasserstoffbetriebene leichte Nutzfahrzeuge vor Ende des Jahrzehnts flächendeckend etablieren“.
Neue Wege für Symbio-Partnerschaft gesucht
Die geplante Serienproduktion der wasserstoffbetriebenen Pro-One-Transporter in Hordain (Frankreich) und Gliwice (Polen) laufe daher nicht wie geplant an. Noch vor wenigen Monaten hatte der Konzern den Ausbau dieser Modelle im Rahmen der Pro-One Offensive angekündigt. Jean-Michel Billig, der Chef des Wasserstoff-Programms des Konzerns, hatte dabei für die H2-Transporter einen Marktanteil von bis zu 40 Prozent prognostiziert.
Laut Stellantis sind durch den Kurswechsel aber keine Arbeitsplatzverluste an den betroffenen Standorten zu erwarten. Die Forschung und Entwicklung soll künftig verstärkt in den Ausbau elektrischer und hybrider Antriebsformen fließen.
Parallel dazu wurden Gespräche mit den Anteilseignern des Wasserstoff-Joint-Ventures Symbio – Michelin und die Forvia-Gruppe – aufgenommen. Symbio ist ein Unternehmen im Bereich Brennstoffzellentechnologie und war ein zentraler Part in der Wasserstoffstrategie von Stellantis. Die drei Partner halten je 33,3 Prozent an dem Brennstoffzellen-Unternehmen. Stellantis übernahm erst im Mai 2023 seine Beteiligung. Nun sei das Ziel eine Neuausrichtung mit den Anteilseignern angesichts der neuen Marktlage zu finden.
Mit dem Schritt ist Stellantis in der Mobilitätsbranche nicht allein. Erst Anfang Juli gab Daimler Truck bekannt, die Serienfertigung des H2-LKW auf die frühen 2030er Jahre zu verschieben. Eigentlich hatte die Schwerlastsparte von Mercedes-Benz die Fertigung für 2027 vorgesehen. Grund war auch hier fehlende Tankstellen-Infrastruktur, hinzu kamen noch Faktoren wie die hohen Energiepreise und regulatorische Anforderungen.

Auch wenn der bayerische Wirtschaftsminister einen Wasserstoff-BMW fährt (er kann sichs in jeder Hinsicht leisten), esführt im Augenblick kein Weg an der E-Mobilität vorbei. Leider blasen die Hersteller schon wieder kräftig in die PS-Tüte. Sie haben es noch nicht begriffen.
ich fahre seit 8 Jahren elektrisch ohne negative Erfahrungen ausser einem kostenlosen Batteriewechsel (Renault). 135 PS sind mehr als genug und im Normalfall reicht auch der Platz und der Komfort eines ZOE.
Das Kraftpower via Fahrzeug ist einfach aus der Zeit gefallen und unverantwortlich, auch wenn es Mercedes oder BMW heißt.