Subaru ist eine kleine, aber feine Automarke. In Deutschland, dem größten Absatzmarkt von Subaru, setzte der japanische Autobauer im vergangenen Jahr nur rund 4500 Autos ab. Das Gros entfiel auf die Modelle Forester (1547) und Outback (1196) – Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb, die hierzulande vor allem von Architekten, Förstern, Lehrern und Outdoor-Enthusiasten geschätzt werden. Mit dem vom Toyota bz4X abgeleiteten Solterra hat Subaru seit November 2022 auch ein Elektro-SUV im Angebot, das nach Angaben von Deutschland-Geschäftsführer Volker Dannath auf große Nachfrage trifft: Mit 147 Autos war im vergangenen Jahr das Kontingent ausgeschöpft. Dannath: „Wir sind ausverkauft.“ Von wegen, der typische Subaru-Kunde steht nur auf PS-starke Boxermotoren.

Folgerichtig baut Subaru in den kommenden Monaten sein Angebot an leistungsstarken Elektroautos weiter aus. Zum Solterra, der zum Modelljahr 2026 ein umfassendes Facelift und auch ein technisches Upgrade erhält (unter anderem steigt die Batteriekapazität von 71,4 auf auf 73,1 kWh, die Antriebsleistung von 160 auf 250 kW und die Reichweite auf 500 Kilometer), gesellt sich im Herbst der Subaru „Unchartet“ – eine leicht verkürzte und wohl auch etwas preisgünstigere Variante des Solterra mit coupéhaftem Heck. Der eine oder andere mag sich da an den vollelektrischen Ford Capri erinnert fühlen. Und im kommenden Frühjahr stößt mit dem e-Outlander auf gleicher „e-Subaru Global“-Plattform noch ein Zwitter aus SUV und Kombi hinzu. Na ja, die strengen CO2-Flottenziele der EU zwingen auch Subaru zur Antriebswende. Und die enge Kooperation mit Toyota öffnet dazu viele Möglichkeiten.

Noch "unkartiert"
Der neue Subarui Uncharted wird auch mit Frontantrieb angeboten, mit Batteriekapazitäten von 58 und 77 kWh.
Noch „unkartiert“
Der neue Subarui Uncharted wird auch mit Frontantrieb angeboten, mit Batteriekapazitäten von 58 und 77 kWh.

Der Subaru Uncharted („unkartiert“) ist als Zwillingsmodell des Toyota C-HR+ dabei der erste elektrische Kompakt-SUV des japanischen Autobauers. Angetrieben wird der Allradler von zwei Elektromotoren, die zusammen 252 kW oder 338 PS leisten und dank eines 77 kWh großen Batteriepakets im Boden das Fahrzeug bis 470 Kilometer weit tragen. Die Anhängelast liegt bei 1,5 Tonnen und dank einer Bodenfreiheit von 21 Zentimetern soll der Neuling nicht nur auf befestigten Straßen überzeugen, sondern auch im Gelände seine Qualitäten haben.

Subaru Unchartet auch mit Frontantrieb

Etwas ungewöhnlich für den Allrad-Spezialisten Subaru wird der Uncharted in zwei Varianten allerdings auch als Fronttriebler angeboten, mit einem 58 oder 77 kWh großen Akkupaket für Reichweiten von 445 oder 585 Kilometer. Dahinter steht die Hoffnung, „die Erwartungen neuer Kunden zu erfüllen, die Wert auf Reichweite und Erschwinglichkeit legen – und trotzdem den Subaru-Kernwerten Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Fahrspaß treu zu bleiben.“ An einer Wallbox kann der elektrische Subaru serienmäßig mit maximal 22 kW laden, während der Gleichstrom am Hypercharger mit 150 Kilowatt fließt. Spätestens nach 30 Minuten soll hier auch bei Außentemperaturen unter dem Gefrierpunkt der Akku wieder zu 80 Prozent gefüllt sein.

Subaru e-Outlander 
Mit einer Spitzenleistung von 375 PS wird die vollelektrische Variante des Crossover etwa doppelt so stark sein wie das konventionell angetriebene Version, die sich nicht nur in Nordamerika großer Beliebtheit erfreut. Fotos: Subaru
Subaru e-Outlander
Mit einer Spitzenleistung von 375 PS wird die vollelektrische Variante des Crossover etwa doppelt so stark sein wie das konventionell angetriebene Version, die sich nicht nur in Nordamerika großer Beliebtheit erfreut. Fotos: Subaru

Innen unterscheidet sich der Subaru Uncharted kaum von seinem Toyota-Bruder. Er bietet ausreichend Platz für maximal fünf Personen und deren Gepäck. Der Fahrer blickt dabei auf ein quadratisches Lenkrad und das 14 Zoll große Display des Infotainmentsystems.

Auch Outback wird elektrisch

Während der elektrische Subaru Solterra in der überarbeiteten Version bereits Ende des Jahres in den Handel kommt, wird der kompaktere Uncharted (der Radstand ist um 100 Millimeter verkürzt) erst im Frühjahr 2026 in Deutschland verfügbar sein. Ebenso wie der neue 4,80 Meter lange E-Outback. Das vollelektrische Schwestermodell des Toyota bz4X Touring wird von Elektromotoren mit 280 kW oder 375 PS Leistung angetrieben. Dank eines 74,7 kWh fassenden Batteriepakets soll er bis zu 450 Kilometer weit kommen.

Zu den Verkaufspreisen mochten sich die Subaru-Manager bei der Vorstellung der neuen Elektroautos noch nicht äußern: Die Preisfindung sei noch nicht abgeschlossen, erklärte Dannath. Nur so viel wurde am Rande der Veranstaltung angedeutet: Der Solterra (in der „Comfort“-Version mit 160 kW Antriebsleistung ab 49.900 Euro zu haben) wird wohl aufgrund der Leistungssteigerung und diverser Verbesserungen über die 50.000-Euro-Marke springen. Da der Uncharted unterhalb des Solterra positioniert werden soll, tippen wir mal auf einen Einstiegspreis um die 36.000 Euro. Das wäre in etwa das Preislevel, auf dem Konkurrent Kia seinen EV3 (ab 35.990 Euro mit 58 kWh-Akku) und Skoda den neuen Elroq 60 (ab 38.400 Euro) anbietet. Der heckgetriebene Ford Capri (mit 52 kWh) ist mit einem Einstiegspreis von 44.950 Euro deutlich höher positioniert – und ein Ladenhüter. Daran sollte sich Subaru nicht orientieren.

(Mit Ergänzungen von Patrick Solberg)

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