Die neue Plattform des Volkswagen-Konzerns für kleine, erschwingliche Elektroautos – MEB Entry oder MEB 21 – gibt eine Menge her. Sie dient im kommenden Jahr nicht nur als Basis für den neuen Cupra Raval und den neuen ID.Polo, den VW kürzlich enthüllt hat. Auch der Skoda Epiq wird davon profitieren, ein City-SUV von 4,10 Meter Länge und einer Reichweite von 400 Kilometern zum Startpreis von rund 25.000 Euro. Auch Audi hat inzwischen ein vollelektrisches Einstiegsmodell dieser Größenordnung bestätigt, das A2 e-tron heißen könnte.

Und die Möglichkeiten sind damit noch lange nicht erschöpft. So zeigt Volkswagen auf der IAA Mobility in München mit dem ID. Cross Concept ein City-SUV, das geradezu nach einer Serienfertigung schreit. Tatsächlich ist der kleine Stromer in der Lackierung „Urban Jungle“ mehr als nur eine Fingerübung der VW-Designabteilung, mit der Chefdesigner Andreas Mind die neue Designsprache namens „Pure Positive“ dem Publikum der Automesse nahe bringen will.

"Secret Sauce" 
Die drei illuminierten Kiemen in der C-Säule kennen wir schon vom ID.Buzz. Sie zählen zu den Designmerkmalen, die VW-Fahrzeuge unverwechselbar machen sollen. Blöderweise finden sie sich in ähnlicher Form auch am elektrischen Ford Explorer.
„Secret Sauce“
Die drei illuminierten Kiemen in der C-Säule kennen wir schon vom ID.Buzz. Sie zählen zu den Designmerkmalen, die VW-Fahrzeuge unverwechselbar machen sollen. Blöderweise finden sie sich in ähnlicher Form auch am elektrischen Ford Explorer.

„Der ID.Cross Concept ist weit mehr als ein Concept Car“, heißt es im Pressetext. Es sei vielmehr „ein konkreter Ausblick auf die Welt von Volkswagen im kommenden Jahr“. Oder in 2027. Die Serienfertigung, erfahren wir am Rande der Weltpremiere am Vorabend der IAA, ist beschlossene Sache. Ebenso wie der Name des neuen Modells: Als ID.Cross soll das neue Modell die Erfolgsgeschichte des VW T-Cross in die Ära der Elektromobilität verlängern.

Auf jeden Fall wäre es eine Alternative zum Skoda Epiq, der nach allem, was wir wissen, auf das gleiche Marktsegment und die gleichen Kundengruppe zielt. Bis zur Modelleinführung wird es da sicher in der Produktplanung noch einiges an Abstimmung geben müssen, um Kannibalisierungseffekte zu vermeiden.

„Secret Sauce“ für Unverwechselbarkeit

Das VW-Konzeptauto zeigt darüber hinaus aber auch, wie sich die Marke nach der wilden Diess-Ära neu aufstellen will. Weniger an Tesla orientiert, sondern wieder mehr an den klassischen VW-Tugenden und -Traditionen, auch in der Formgebung. Mindt spricht von „Pure Positive“ und meint eine Designsprache, die sich an den drei Ecksäulen „Stabilität“, „Sympathie“ und „Secret Sauce“ orientiert. Letzteres meint nicht die Sauce, die Volkswagen in der Werkskantine über seine berühmten Currywürste gießt, sondern einen Design-Kniff, der die Fahrzeuge der Marke unverwechselbar macht. Wie etwa die drei hinterleuchteten „Kiemen“ in der breiten C-Säule des ID.Cross. Oder die neue freundliche Lichtsignatur an der Front, die dem Betrachter zublinzelt.

Ein wenig Grün muss sein 
Pflanzenbilder auf dem Zentralmonitor und Eukalyptusblätter in den Türverkleidungen bringen den Insassen die Natur nahe. Fotos: VW
Ein wenig Grün muss sein
Pflanzenbilder auf dem Zentralmonitor und Eukalyptusblätter in den Türverkleidungen bringen den Insassen die Natur nahe. Fotos: VW

Auch im Innenraum des ID.Cross ist der neue Fein-Geist zu spüren. Die Designer haben hier eine kleine Wohlfühl-Oase geschaffen, mit stoffbezogenen Oberflächen und einem ruhigen, eher zeitlosen statt zeitgeistigem Farbspektrum. „Daisy“ heißt der Stoff, mit dem die Sitze überzogen sind, „Marcy“ haben sie die Ziernähte getauft. Das klingt zwar ein wenig nach Biedermeier, sorgt aber durchaus für eine heimelige – geradezu „hygge“ – Atmosphäre.

Ganz ohne Monitore geht es zwar in Zukunft nicht mehr, aber eine Knopfleiste unterhalb des Bildschirms macht es auch Traditionalisten leicht, sich in diese vorzutasten. Echte Eukalyptus-Blätter in den Türverkleidungen und Pflanzenbilder auf den Monitoren schärfen gleichzeitig Naturverbundenheit und Umweltbewusstsein – schließlich sollen die Elektroautos auch bei Volkswagen schon bald möglichst klimaneutral vom Band rollen.

Antrieb vom VW ID.Polo

Zu den technischen Details des ID.Cross schweigt sich Volkswagen hingegen noch aus. Auf der Weltpremiere versprach Technikvorstand Kai Grünitz lediglich eine Reichweite von 420 Kilometer und ein Kofferraumvolumen von 450 Liter – mehr als im VW Golf (380 Liter). Doch es ist davon auszugehen, dass der Antrieb des City-SUV bei einer Serienfertigung mit dem des ID.Polo identisch sein würde. Wir reden also von Stromspeichern mit 38 und 56 kWh Kapazität (in LFP- und NMC-Ausführung) für Reichweiten und Antriebsleistungen bis zu 155 kW. Auch zum Preis gibt es noch keine Angaben. Nur so viel: Für den ID.Cross wird man ein paar Tausender mehr auf den Tisch legen müssen als für den ID.Polo, der bei 25.000 Euro startet und in der GTI-Version über die Schwelle von 30.000 Euro springen wird. Für die Basisversion des ID.Cross mit rund 300 Kilometer Reichweite ist ein Preis von unter 30.000 Euro angepeilt, für die 56-kWh-Version ein Preis um die 34.000 Euro zu erwarten. Wie heißt es so schön: Lassen Sie sich überraschen.

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