„Ein BMW im besten Sinne“ soll der i4 sein, den Vertriebsvorstand Pieter Nota am Rande der Bilanz-Pressekonferenz erstmals völlig ungetarnt vorgestellt hat. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte die viertürige Limousine auch als Vierer Gran Coupe durchgehen – mit der großformatigen Doppel-Niere im Niere im stilisierten Kühlergrill.

Bei näherem Hinblicken stellt sich dann aber heraus: Die „Doppelniere“, Kennzeichen für die Autos von BMW seit den frühen 1930er Jahren ist geschlossen. Und dahinter befindet sich kein Kühler. Hinten finden sich auch keine Auspuffrohre, sondern Diffusoreinsätze, die blau gefasst sind. Denn der i4, der ab Sommer im BMW-Werk München zusammen mit dem Vierer Gran Coupe vom Band laufen wird, ist zwar ein reinrassiger BMW, aber einer, der statt von PS-starken Vier- oder Sechszylindern von einem Elektromotor angetrieben wird. Vielleicht sind es sogar zwei – allzu viele technische Details mag BMW noch nicht verraten. Die sollen erst in einigen Wochen nachgereicht werden.

i4 fährt bis zu 580 Kilometer ohne Ladestopp

Immerhin gab Nota bekannt, dass der BMW i4 mit einer Leistung von bis zu 390 kW (530 PS) aus dem Stand in vier Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt. Und was noch wichtiger ist: Mit einer Ladung seines Lithium-Ionen-Akkus soll die elektrische Fließhecklimousine nach den Vorgaben der WLTP-Verbrauchsnorm bis zu 590 Kilometern weit kommen. Damit zielt BMW ganz klar auf das Model 3 von Tesla, das in der allradgetriebenen Long Range Version bis zu 580 Kilometer ohne Ladepause fährt und in 4,4 Sekunden auf Tempo 100 sprintet.

BMW i4
Feine blaue Linien statt dicker Auspuffrohre
Der BMW i4 setzt sich stilistisch nur ganz dezent von den aktuellen, noch konventionell angetriebenen Sportlimousinen aus dem Modellprogramm ab. Foto: BMW

Den Blick in den Innenraum des i4 gab BMW noch nicht frei. Es steht jedoch zu vermuten, dass die Limousine über das gleiche „Curved Display“ verfügen wird wie das Elektro-SUV iX – ein großes, scheinbar freischwebendes und leicht zum Fahrer hin gekrümmtes Großdisplay, das sich fast über die gesamte Fahrzeugbreite hinzieht und eine Vielzahl von Informationen auch für den Beifahrer präsentiert.

BMW gibt Brennstoffzelle eine zweite Chance

BMW zählte 2013 mit dem i3 und später auch mit i8 einst zu den Pionieren der Elektromobilität – Kopf an Kopf mit Tesla. Aufgrund aufgrund schwacher Verkaufszahlen und hoher finanzieller Aufwendungen hatten die Bayern dann aber das Engagement reduziert, was die mit dem Thema befassten Ingenieure und Designer reihenweise in die Flucht trieb. Nun will Konzernchef Oliver Zipse das Rennen um die Spitze und den Wettbewerb mit Tesla wieder aufnehmen: Mit dem bereits am Markt befindlichen i3 und iX3 und dem vollelektrischen Mini S.E. sowie dem neuen i4 und dem BMW iX, die beide noch in diesem Jahr zu den Händlern kommen. Und bis 2023 soll die Zahl der Batterieautos auf 13 Modelle steigen – „vom Kompaktsegment bis zur absoluten Luxusklasse“ werde BMW Angebote machen.

Und BMW wird sich laut Zipse im Unterschied zu Tesla nicht allein auf de batterieelektrischen Antrieb konzentrieren, sondern auch dem Wasserstoff und der Brennstoffzelle eine zweite Chance geben: Die neue modulare Fahrzeug-Plattform, die 2025 in Produktion gehen soll, sei dafür vorbereitet.

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2 Kommentare

  1. Avatar

    BMW i4
    der Kühlergrill ist nach Ihrer Aussage vollkommen überflüssig. Warum muss dann das Design so aggressiv daherkommen? Es entspricht immer noch dem üblichen Fahrstil: brutal, schnell, aufdringlich. Dazu 390 kW, in 5 sec. auf 100 Kmh. Wer braucht das heute noch wirklich?
    Die Philosophie und das Fahrverhalten, das dahinter steckt, stammen immer noch aus der Steinzeit und entspricht leider dem Großteil der Verkehrsteilnehmer. Wir lernen nichts dazu.

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    • Franz W. Rother

      Ich stimme Ihnen da in allen Punkten zu. Mit der Antriebswende sollte eigentlich auch ein anderer Auftritt des Autos dahergehen. VW ID.3, ID.4 und auch der Honda-e oder der Fiat 500e sind dafür gute Beispiele. Leider sind einige Autohersteller der Meinung, dass Elektroautos mindestens genauso sportiv-aggressiv auftreten müssen wie die Modelle mit Verbrennungsmotoren. Zudem wird zu viel über Beschleunigungswerte (Insane Mode/Launch Control) gesprochen statt über einen effizienten Energieeinsatz

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