Jetzt haben wir die ganze Zeit über Elektroautos geredet, Sie haben ja noch konventionell angetriebene Autos im Lieferprogramm.

Ja, genau, eine ganze Reihe davon. Im vergangenen Jahr betrug der Anteil der Elektroautos an den Neuzulassungen in Europa bei etwa 20 Prozent. In diesem und im nächsten Jahr dürfte der Anteil auf Gund der Markteinführung des ID. Polo und des ID. Cross deutlich nach oben gehen. Grundsätzlich hängt die Entwicklung stark vom jeweiligen Markt ab. In Norwegen braucht man heute ein breites Portfolio an Elektrofahrzeugen, sonst ist man praktisch nicht mehr wettbewerbsfähig. In Ländern wie Spanien oder Italien hingegen benötigt man noch ein breites Portfolio an Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, idealerweise elektrifiziert, um auf dem Markt zu bestehen. Wir werden beide Antriebsformen noch eine ganze Weile parallel benötigen, um in den Kernmärkten weltweit erfolgreich zu sein.

Und in Europa?

Das weiß heute niemand mit Sicherheit. Aber ich beteilige mich auch nicht an der Diskussion ein konkretes Datum festzulegen, wann der letzte Verbrenner verkauft wird. Die Ladeinfrastruktur muss sich weiterentwickeln, auch die Technologie ist noch längst nicht am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen.  Letztendlich wird der Kunde selbst erkennen, dass der Elektroantrieb die bessere Technologie ist.

Norwegen ist dafür ein gutes Beispiel:  Dort wurde vor einigen Jahren das Ziel ausgegeben, ab 2025 keine Verbrenner mehr zu verkaufen. Durch konsequente Fördermaßnahmen und eine hohe Akzeptanz bei den Kundinnen und Kunden liegt der Anteil von Elektroautos heute bei rund 95 Prozent. Gleichzeitig kann man in Norwegen aber nach wie vor einen Verbrenner kaufen, wenn man das möchte. Und ich halte es nicht für sinnvoll, die letzten verbleibenden Kundinnen und Kunden vor den Kopf zu stoßen, indem man ihnen diese Option verbietet. Das ist aus meiner Sicht schlicht nicht notwendig.

Ist aber politisch so gewollt.

Ich glaube, die Tonalität in der Diskussion über Elektromobilität ist nicht richtig. Kunden überzeugt man nicht, indem man ihnen das verbietet, was sie seit Jahrzehnten kennen – und erwartet, dass sie das gut finden. Sinnvoller wäre es, stärker über die Vorteile der Elektromobilität zu sprechen: über die bessere Beschleunigung, die Ruhe, das lokal emissionsfreie Fahren, niedrigere Betriebs‑ und Wartungskosten und die Langlebigkeit der Batterien. Stattdessen dominiert oft eine Debatte über Vorgaben und Verbote.

Ich hoffe und wünsche mir, dass unsere neuen Elektroautos der Diskussion eine neue Richtung geben. Mit dem ID. Polo und dem ID. Cross haben wir Fahrzeuge entwickelt, die aus sich heraus überzeugen.

Herr Sander, vielen Dank für das Gespräch.

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