(Aktualisierung 11.2.2026) Schick sieht er aus, der neue Stromer von Mazda, der im Juni zu den deutschen Autohändlern kommt. Mindestens so elegant wie die elektrische Reiselimousine 6e, die die Japaner im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht haben. Das knapp 4,85 Meter lange Crossover-Modell wirkt nicht wie ein bloßes Fortbewegungsmittel, sondern wie eine Skulptur auf Rädern. „Soulful Futuristic Modern“ nennen die Marketing-Poeten das Design-Thema. In der Realität bedeutet das: glatte Flächen, wenig Schnickschnack und eine ziemlich abgefahrene neue Farbe namens „Nightfall Violet“, die je nach Licht wie die Dämmerung schimmert. Den Designern wird man jedenfalls keinen Vorwurf machen können, sollte sich der Mazda CX-6e nicht so verkaufen sollte wie erhofft.
Auf der Brüssel Auto Show (9. bis 18. Januar) haben die Japaner ihren zweiten Vollstromer erstmals öffentlich vorgestellt. Wir durften bereits im Dezember im deutschen Entwicklungszentrum von Mazda in Oberursel bei Frankfurt auf den neuen Hoffnungsträger werfen, der „Phase Zwo“ der Elektrifizierungsoffensive von Mazda in Europa einleiten soll. Phase Eins war mit dem Mazda EX-30 nicht sonderlich erfolgreich: Der kleine, aber hochpreisige Stromer blieb ein Exot mit mäßigen Verkaufszahlen und wird inzwischen zu Preisen ab 36.000 Euro nur noch der E-REV angeboten – als Batterieauto mit einem Wankelmotor als Reichweiten-Verlängerer.

Die Designer aus Japan und Europa haben gute Arbeit geleistet und einen eleganten wie wohlproportionierten Crossover auf die Räder gestellt. In der Topversion kommt der Mazda CX-6e mit einer Zweifarb-Lackierung, 21-Zoll-Rädern und Kamera-Außenspiegeln daher.
Der Elektro-Crossover Mazda CX-6e kostet einiges mehr: Die Preisliste startet bei 49.990 Euro für die hochwertige Ausstattungslinie TAKUMI, die praktisch vollausgestattete Variante TAKUMI PLUS ist für 52.990 Euro erhältlich. Das sind etwa 3000 Euro mehr als Mazda für die Limousine 6e „Long Range“ in der Topausstattung „Takumi Plus“ (46.900 Euro) aufruft.
Japanischer Zen trifft auf Kino-Leinwand
Wer in den Mazda CX-6e einsteigt, soll sich entspannen. Das Interieur folgt dem japanischen „Ma“-Konzept – der Schönheit des leeren Raums. Aber keine Sorge, ganz so leer ist es dann doch nicht. Im Gegenteil: Ein ultrabreiter 26,45-Zoll-Touchscreen dominiert das Cockpit. Er ist asymmetrisch angebracht und liefert dank 5K-Auflösung knackscharfe Bilder. Zusätzliche Informationen liefert dem Fahrer ein großes Head-up-Display.

Ein ultrabreiter 26,45-Zoll-Touchscreen dominiert das Cockpit. Er ist asymmetrisch angebracht und liefert dank 5K-Auflösung knackscharfe Bilder in Kino-Qualität. Fahrer und Beifahrer können die Darstellungen getrennt voneinander individualisieren.
Richtig futuristisch wird es bei der Bedienung. Natürlich hört der Wagen auf „Hey Mazda“. Aber er guckt auch ganz genau hin: Eine Innenraumkamera erkennt sogar Handzeichen. Beim Daumen hoch geht die Musik an oder aus. Bei der geballten Faust – einer des Designer ist offenbar im früheren Ostblock aufgewachsen – berechnet das Navigationssystem den Weg zur Arbeit. Und formt der Fahrer mit seiner Hand wie einst Winston Churchill das Victory-Zeichen, macht der Wagen ein Selfie von den Insassen. Kein Scherz. Daneben gibt es aber auch praktische Dinge wie einen „Pet Comfort Mode“ für den Hund im Auto oder einen „Car Wash Mode“, der sicherstellt, dass bei der Fahrt in die Waschstraße auch wirklich alle Fenster geschlossen sind.
Ladeleistung von immerhin 195 kW
Unter dem schicken Blech steckt solide E-Technik. Eine 78-kWh-Batterie mit LFP-Zellchemie sorgt für bis zu 484 Kilometer Reichweite nach der WLTP-Norm, sofern Räder im 19 Zoll-Format montiert sind. In der Version Takumi Plus mit 21-Zoll-Rädern sinkt die Reichweite trotz Kamera-Außenspiegeln auf 468 Kilometer. In der Long-Range-Version des Mazda 6e waren bei gleicher Antriebsleistung und Akkukapazität sogar bis zu 552 Kilometer drin, aber die Limousine bietet dem Fahrwind ja auch weniger Luftwiderstand. Der Heckmotor leistet übrigens wie im 6e 190 kW (258 PS) und schiebt den Wagen in 7,9 Sekunden auf Landstraßentempo.

In der Version Takumi Plus ist der Innenraum mit zweifarbigem Kunstleder in Amethyst und Weiß ausgekleidet. Die Sitze der Passagiere sind hier sogar beheizbar und belüftet. Das große Panorama-Glasdach zählt in beiden Versionen zur Serienausstattung. Fotos: Mazda
Bei der Ladeleistung hat Mazda dafür ordentlich nachgelegt: An der Schnellladesäule zieht der CX-&e Gleichstrom mit bis zu 195 kW. In der „Long Range“-Version des 6e lagen lächerliche 80 kW an, in der Standardversion immerhin 165 kW. Dank der erhöhten Ladeleistung ist der Akku nun am Schnelllader in gut 24 Minuten wieder von 10 auf 80 Prozent gefüllt. Auch das kann sich sehen lassen. Die maximale Ladeleistung an der Wallbox beträgt 11 kW – das ist mittlerweile Industriestandard.
Produktion in China bei Changan Mazda
Obwohl der CX-6e wie das Schwestermodell 6e vom Joint Venture Changan Mazda in China gebaut wird und sich die Kern-Baugruppen auch mit dem Changan Deepal S07 (Preis in Europa: 44.990 Euro) teilt, darf man sich auf ein Fahrwerk freuen, das auf deutschen Autobahnen und Rüttelpisten abgestimmt wurde: Die Ingenieure in Oberursel haben Federung, Lenkung und sogar das Bremsgefühl komplett auf europäische Vorlieben abgestellt. Auch die Reifen auf den Leichtmetallrädern im 19- und 21-Zoll-Format sollen von europäischen Markenherstellern stammen.
Ob das reicht, um sich im Haifischbecken der E-Crossover durchzusetzen? Das Design und die verspielten Features machen ihn zumindest zu einem Charakterdarsteller.
Man merkt schon das die chinesischen Elektroautos nicht besonders effizient sind. Aus fas 80kWh holt BMW und Mercedes deutlich mehr Kilometer aus dem Akku raus.