Pick-up Trucks, Geländewagen mit offener Ladefläche, sind nicht nur im „Wilden Westen“ der USA überaus populär. Eingesetzt werden sie als leichte Lastwagen in der Landwirtschaft und von Handwerksbetrieben, aber – mit Doppelkabine – gerne auch als Familienautos. Auf den offenen oder mit Planen bedeckten Pritschen wird dann das Reisegepäck oder die Sportausrüstung, gern auch schon mal ein Motorrad transportiert.

Fast drei Millionen Fahrzeuge des Typs werden in den Vereinigten Staaten jedes Jahr verkauft – und ein Ende der Erfolgsgeschichte ist nicht abzusehen. Auch die Umstellung auf den Elektroantrieb wird das voraussichtlich nicht ändern. Denn das mit rund 800.000 Einheiten meistverkaufte Modell, der Ford F150, wird seit kurzem als „Lightning“ auch mit Elektroantrieb angeboten. Und auch den GMC Hummer gibt es mittlerweile als Stromer. Vor allem aber werden fast im Wochenrhytmus neue Elektro-Pick-ups von Newcomern präsentiert. Über den neuen Rivian R1S haben wir hier schon berichtet, auch über den so genannten „Cybertruck“ von Tesla. Der eine soll ebenfalls noch in diesem Jahr auf den Markt kommen – der andere irgendwann im nächsten Jahr.

Edison Future EF-1-T im Teil-Lockdown
Je nach Einsatzzweck kann die Ladefläche des Elektro-Pick-ups geöffnet oder teilweise, aber auch komplett mit Solarmodulen bedeckt werden. Bis zu 55 Kilometer Reichweite soll die Sonnenkraft liefern – wenn es nicht gerade regnet. Fotos: Edison Future

Nach der Übernahme von Lordstown Motor durch den chinesischen Apple-Auftragsfertiger Foxconn steht dem Start einer Serienfertigung des vollelektrischen „Endurance“-SUV im kommenden Jahr nichts mehr im Wege. Und nun macht auch das chinesisch-amerikanische Startup Edison Future (nicht verwandt oder verschwägert mit EDISON Media) ein Angebot an die Freunde des Bautyps.

Schuppenhaut aus Solarzellen

Auf der LA Auto Show stellte Edision Future zwei Konzeptfahrzeuge vor, die 2025 auf den Markt kommen sollen. Der Pritschenwagen EF1-T verfügt über eine Doppelkabine, der Lieferwagen EF1-V eine geschlossene Ladeflächeund. Und beide sollen zumindest einen Teil des Stroms selbst erzeugen können, wenn die Sonne vom Himmel herunterscheint: Die Karosserien sollen großflächig mit Solarzellen beklebt werden. Wie schon beim Elektro-Kleinwagen Sion von Sono Motors und beim Langstrecker-Stromer „Lightyear One“ aus den Niederlanden. Nur dass sich beim Elektro-Pick-up von Edison Future ein Teil der Solarzellen wie ein Schuppenpanzer zusammenschieben lässt, wenn der Besitzer zum Beispiel auf die Taucherausrüstung zugreifen will, die auf der Pritsche fixiert ist.

Lieferwagen mit Sonnendach
Auch die Lieferwagen-Version des Edison Future ist üppig mit Solarzellen beklebt. Der so gewonnene Strom soll nicht nur den Betrieb der Klimaanlage erleichtern, sondern auch die Kräfte der Batterie schonen. Foto: Edison Future

Beim EF1-T und EF1-V von Edison Future sollen sich damit an sonnenreichen Tagen bis zu 55 Kilometer Reichweite gewinnen lassen. Die Hauptlast der Energieversorgung tragen allerdings großvolumige Lithium-Ionen-Batterien mit Speicherkapazitäten zwischen 120 und 180 Kilowattstunden (kWh). Gekoppelt sind die Stromspeicher an Antriebe mit ein bis drei Elektromotoren und zwischen 298 und 600 kW Leistung. Reichweiten von bis zu 720 Kilometer sollen sich damit darstellen lassen – auch an verregneten Tagen.

Die Nutzlast beträgt bei allen Modellen rund 1.360 Kilogramm, die Anhängelast liegt zwischen 3.400 Kilo und fast fünf Tonnen beim stärksten Modell – niemand soll schließlich sagen können, die Elektro-Pick-ups wären schweren Aufgaben nicht gewachsen.

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