Es ist eine Ansage, die nicht nur in Hannover bei VW, sondern auch in Köln-Niehl bei Ford für unruhige Nächte sorgen dürfte: 38.290 Euro. Das ist der Einstiegspreis für den neuen Kia PV5 Passenger in der Basisausführung „Essential“, die einen 89 kW (122 PS) starken Frontmotor mit einem 51,5 kWh großen LFP-Akku koppelt. Wer mehr Leistung und Reichweite benötigt, zahlt für eine Kombination aus 120 kW (163 PS) Spitzenleistung und 71,2 kWh Akkukapazität exakt 4000 Euro mehr. Die Cargo-Ausführung startet bei 39.190 Euro und kostet in der Topausführung lediglich 45.400 Euro. Auch damit unterbietet der koreanische Newcomer die etablierte Konkurrenz um eine fünfstellige Summe und bringen einen Kleinbus/Kleintransporter auf die Straße, der Elektromobilität für Familien und Gewerbetreibende rechnerisch sehr attraktiv macht – und mit einer Reichweite von bis zu 412 Kilometer auch voll alltagstauglich.
Außen kompakt, innen riesig
Der PV5 wirkt auf den ersten Blick futuristisch, fast wie eine Designstudie, die es versehentlich in die Serie geschafft hat. Doch hinter der glatten „One-Curve“-Optik steckt knallharter Pragmatismus. Mit einer Länge von knapp 4,70 Metern ist er kurz genug für innerstädtische Parklücken und wendige Manöver – der Wendekreis liegt bei stadtfreundlichen 11 Metern. Und mit einer Höhe von 1,90 Metern hat er auch kein Problem, in eine Tiefgarage zu kommen. Später sollen weitere Varianten mit längerem Radstand, sechs und sieben Sitzen sowie eine Version mit Auffahrrampe für den Transport von Menschen im Rollstuhl folgen. Auch an eine Camper-Version wird schon gedacht: Die Vielfalt ist Teil der DNA des Kia PV5.

Mit einer Länge von knapp 4,70 Metern sowie einem nur elf Meter großen Wendekreis ist der elektrische Kia PV5 Passenger in einer Großstadt wie Barcelona perfekt aufgehoben. Familien wie Hotelbetriebe werden den preiswerten Kleinbus lieben. Foto: Kia
Doch der eigentliche Zauber passiert innen. Kia nennt es das „Open-Box“-Konzept. Dank der neuen E-GMP.S-Plattform bietet der PV5 ein Raumgefühl, das in dieser Klasse seinesgleichen sucht. Der Fünfsitzer schluckt bereits im Normalzustand 1.330 Liter Gepäck; wer die Rückbank umklappt (oder mit ein paar Handgriffen ganz entfernt), erhält eine fast höhlenartige Ladekapazität von 3.615 Litern. Die Einstiegskante liegt dabei extrem niedrig bei knapp 40 Zentimetern, was den Alltag mit dem Kia-Kastenwagen massiv erleichtert. Das macht den PV5 für Taxibetreiber ebenso interessant wie für Handwerker und Pflegedienste. Zumal des Kastenwagen auch in einer Hochdach-Version geben wird.
Reichweite und Laden: Solide Hausmannskost
Bei der Technik setzt Kia jedenfalls klar auf Vernunft. Kunden haben die Wahl zwischen einer 51,5-kWh-Batterie (bis 295 km Reichweite) und einem 71,2-kWh-Akku für bis zu 412 Kilometer nach WLTP. Das reicht für den Alltag völlig aus, zumal das Nachladen dank einer maximalen Ladeleistung von 150 kW am Schnelllader flott geht: In rund 30 Minuten füllt sich der Akku am Schnelllader von 10 auf 80 Prozent. Ein Highlight ist die V2L-Funktion, mit der externe Geräte wie E-Bikes oder Werkzeuge mit bis zu 3,6 kW versorgt werden können. Der ID.Buzz kann inzwischen auch bidirektional laden, allerdings nur ins Hausnetz und derzeit auch nur in Kombination mit einem teuren Hauskraftwerk von E3/DC.

Kia spart beim PV5 Passenger zwar nicht mit Hartplastik, aber mit den veganen Lederbezügen sieht es im Innenraum es vollelektrischen Raumtransporters aus Südkorea doch sehr wohnlich aus. Die Sitze sind elektrisch verstellbar und auf Wunsch auch beheizbar.
In der von uns gefahrenen „Elite“-Version des „Passenger“ (ab 41.340 Euro) ist der Kia zudem ausgesprochen wohnlich eingerichtet, mit elektrisch verstellbaren Sitzen und Sitzheizung vorne wie hinten, mit jede Menge Ablagefächern sowie Sitzbezügen mit einem hochwertigen Lederimitat. Gegen einen moderaten Aufpreis gibt es elektrische Schiebetüren auf beiden Seiten sowie einen Elektroantrieb für die Heckklappe (1150 Euro) sowie eine Wärmepumpe – das war es aber schon mit den Extras. Eine Armada von Assistenzsystemen inklusive unter anderem einer adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage und einem Spurhalte- und Spurfolgeassistent ist bereits in der Basisversion serienmäßig an Bord.
Perfekter Cruiser mit niedrigem Stromverbrauch
Und das Schöne ist: Alles lässt sich dank Schaltern für die wichtigsten Funktionen intuitiv bedienen. Wer schon einmal in einem Kia gesessen hat, findet sich sofort zurecht. Etwas weniger gelungen ist die Abstimmung des Fahrwerks, die etwas zu sportlich geraten ist und Fahrbahnunebenheiten nur teilweise kaschieren kann. Dafür dringen aufgrund einer aufwendiger Schalldämmung kaum Antriebs- oder Abrollgeräusche in den Innenraum. Selbst die Windgeräusche – bei einem Kastenwagen bei höheren Geschwindigkeiten stets präsent – sind erfreulich niedrig.
| Merkmal | Kia PV5 Passenger | Ford E-Tourneo Custom (L1 / L2) | VW ID. Buzz (Pro / Lang) |
| Länge / Breite / Höhe | 4.695 / 1.895 / 1.923 mm | 5.050 (L1) – 5.450 (L2) / ca. 2.000 / 1.959 mm | 4.712 (N) – 4.962 (L) / 1.985 / 1.927 mm |
| Akkukapazität (Netto) | 51,5 kWh oder 71,2 kWh | 64 kWh (bis MJ 2025) 70 kWh (ab MJ 2026) | 79 kWh (Normal) 86 kWh (Lang) |
| Reichweite (WLTP) | Bis zu 295 km (kleiner Akku) Bis zu 412 km (großer Akku) | ca. 302–325 km (64 kWh) bis zu 370 km (70 kWh) | ca. 423–461 km (Normal) ca. 453–487 km (Lang) |
| Startpreis (DE) | 38.290,00 € (51,5 kWh) 42.290,00 € (71,2 kWh) | ab ca. 70.500 € (für BEV) | ab ca. 49.998 € (Freestyle) ab ca. 60.892 € (Pro) |
Manche mögen sich an der Limitierung der Höchstgeschwindigkeit auf 135 km/h stören – freuen dürfen sie sich dafür über einen geringen Energieverbrauch: Auf unserer Testfahrt rund um Barcelona kamen wir bei Außentemperaturen um die 10 Grad Celsius auf einen Schnitt von 17,4 kWh/100 Kilometer – und lagen damit sogar noch unter dem WLTP-Normverbrauch von 19,3 kWh/100 km. Mit dem Inhalt der 71,2 kWh fassenden Batterie hätten wir fast 370 Kilometer ohne Ladepause zurücklegen können. Nach Berechnungen des Bordcomputers sogar bis zu 448 Kilometer – wenn wir uns auf Fahrten in der Stadt beschränkt hätten.
Der Blick zur Konkurrenz: Ford Custom und VW ID. Buzz
Um die Wucht des Kia-Angriffs zu verstehen, lohnt ein Seitenblick auf die etablierten Platzhirsche. Der Ford E-Tourneo Custom etwa spielt zwar mit gut fünf Metern Länge und bis zu neun Sitzen räumlich in einer etwas höheren Liga, kostet dafür aber auch schnell über 60.000 Euro. Zwar punktet der Kölner mit einer massiven Anhängelast von über 2 Tonnen – ein Wert, den der Kia mit seinen 1,5 Tonnen nicht ganz erreicht. Doch für den klassischen Familienalltag oder urbane Shuttle-Dienste wirkt der Ford oft eine Nummer zu wuchtig und kostspielig. Vom Luxusliner Mercedes EQV (ab 58.800 Euro aufwärts) wollen wir da gar nicht erst reden.

Mit den zwei (gegen Aufpreis) auch elektrisch zu öffnenden großen Seitentüren und der niedrigen Ladekante ist der PV5 für Taxifahrer eine preiswerte Alternative zu den etablierten Kleinbussen wie der V-Klasse von Mercedes-Benz.
Auch der VW ID. Buzz (ab 49.998 Euro) hat es gegen den Koreaner schwer. Er bietet zwar kultiges Design und dank eines 79 bzw. 86 kWh großen Akkus etwas mehr Reichweite und zudem eine höhere Antriebsleistung, startet aber preislich erst dort, wo die Kia-Preisliste endet. Auch der Stellantis-Konzern mit dem 100 kW starken Opel Zafira Electric (ab 47.550 Euro mit 49 kWh-Akku, ab 53.550 Euro mit 75 kWh-Speicher) und dem Peugeot e-Traveller (ab 46.530 Euro mit 49 kWh-Akku) dürfte an dem Newcomer ordentlich zu knabbern haben.
Der PV5 besetzt damit clever die Lücke: Er ist handlicher und günstiger als der „Workhorse“-Ford, aber pragmatischer und geräumiger als der Lifestyle-VW in der Kurzversion. Die Rechnung könnte aufgehen: In Kombination mit der neuen E-Auto-Prämie ist der neue Volks-Van ein echtes Schnäppchen: Einige Händler bieten ihn schon zu Leasingraten von 199 Euro ohne Anzahlung an.
Wir lieben Kia! Alles bestens, schnelle Hilfe bei sehr gutem Service und das ganze mit netten Mitarbeitern.
da kann man nur hoffen, das die Menschen den Kia kaufen und den VW eine Absage erteilen
insbesondere die gewerblichen Käufer sollten Handeln.
Den Kia gibt es auch mit bis zu 30% Rabatt
habe soeben einen Bestellung die Cargo Ausführung