1978 schmetterte „Benny“ Schnier, damals eher Pop- denn Schlagersternchen, den Ohrwurm „Skateboard Uh-Ah-Ah“ ins Mikro und huldigte so trendgerecht dem amerikanischen Rollbrett. In Zeiten der vollelektrischen Mobilität ist das Skateboard heute elementarer denn je – bei Großserienherstellern wie bei Volkswagen, Renault und Hyundai, aber auch bei Exoten wie Sono Motors und Canoo. Und natürlich auch bei Elektro-Wiedereinsteiger Fox.

Denn das Skateboard ist das zentrale technische Element der zweiten Fox-Mia-Generation. In der Skateboard-Plattform des Fox Mia 2.0 befinden sich nicht nur Antrieb und Akkutechnik, sondern auch zentrale Funktionen für das automatisiertes Fahren und die Fahrzeugstabilität. Sie liefert aber auch die nötige Flexibilität für den variablen Karosserie-„Hut“ der neuen Mia-Generation, die 2023 auf den Markt rollen sollen soll – natürlich rein elektrisch.

Zweites Akkupaket vergrößert die Reichweite

Denn im Unterschied zu den meisten Elektroautos ist der Mia 2.0 nicht einfach nur mit Akkus verschiedener Speicherkapazitäten erhältlich. Wer mit dem kompakten Elektroauto größere Strecken zurücklegen möchte, ordert ein zweites Batteriepaket. Gleich zu Anfang oder gerne auch später. In der Grundausstattung wird der elektrische Kleintransporter mit einer Akkukapazität von 40 kWh ausgeliefert. Je nach Bedarf, Modell und Geldbeutel lässt sich diese bis auf über 100 kWh erweitern.

Höchst variabel einsetzbar
Fox wird die Plattform mit verschiedenen Radständen und Spurweiten anbieten. Auch ein zweiter Motor an der Vorderachse ist eingeplant. Im Boden haben mehrere Akkupakete Platz – mit einer Kapazität von bis zu 100 Kilowattstunden. Foto: Fox

Neben der Basisversion mit elektrischer Hinterachse bietet die Plattform zudem die Möglichkeit, an der Vorderachse einen zweiten Motor mit einer Leistung von 30 kW (45 PS) zu verbauen und den Mia so zu einem echten Allradler werden zu lassen. Selbst ein Brennstoffzellenantrieb ließe sich mit der Hightech-Skateboard des Fox Mia 2.0 verwirklichen, verrieten jetzt die Produzenten.

Basisversion für 16.000 Euro

Mia hat eine Historie, denn der erste Versuch mit einem elektrischen Cityvan vor rund zehn Jahren floppte. Nachdem die Firma Fox E-Mobility mit Sitz in München das Zepter übernommen hat, geht es nunmehr moderner denn je in zwei Jahren weiter. Mit ähnlichem Konzept und neuer Technik. Der Mia 2.0 ist ein knackiger Microvan mit kurzen Überhängen, langem Radstand und zwei Schiebetüren. Er soll als Ein- bis Dreisitzer private wie gewerbliche Kunden nicht nur mit seinem Elektroantrieb, sondern auch seiner effizienten Raumausnutzung locken. Vorne gibt es für den Fahrer nur einen einzelnen Sitzplatz mit Steuerstand, dahinter gibt es Platz für zwei oder drei weitere Insassen, während der Ein- und Ausstieg wie beim ersten Versuch des Mia-Mobils über zwei Schiebetüren vonstattengeht. Neben der reinen PKW-Variante ist eine Version für gewerbliche Nutzung gesetzt, die gerade für Lieferdienste interessant sein dürfte.

Fox Mia
Mit Schiebetüren und zwei Sitzreihen
Praktikabilität war das Leitmotiv bei der Entwicklung des kleinen Stadt-Elektroautos. Den Mia wird es ab 2023 in einer Version für den Personen-, in einer anderen für den Gütertransport und Einsätze zu gewerblichen Zwecken geben. Foto: Fox

Wenig überraschend dagegen, dass sich der kommende Mia der zweiten Generation mit einem Startpreis von 16.000 Euro neue Informationen per Funk holt, das heißt jederzeit online updatefähig ist. Zum Marktstart in der ersten Jahreshälfte 2023 verfügt er über Fahrerassistenzfunktionen der aktuell gängigen Stufe 2 plus; die nächsten beiden Stufen drei und vier sind technisch bereits vorbereitet und können per „over the Air“-Updates aktiviert werden.

Spurweite, Radstand und Bodenfreiheit sind variabel

„Mit dem neuen Skateboard verfügen wir über ein neues Baukasten-Konzept, das in puncto Kosten, Leistungsfähigkeit sowie Technologie- und Marktflexibilität hervorragend im Wettbewerb dasteht“, sagt Christian Jung, der Entwicklungsvorstand von Fox E-Mobility. „Es ist ein weiterer bedeutender Schritt auf unserem konsequenten Weg zur geplanten Markteinführung der Mia im Jahre 2023.“

Das Skateboard selbst besteht aus einer crashsicheren Struktur aus Stahl. Flexibel sind je nach Modell und Kundenwunsch Spurweite, Radstand und Bodenfreiheit. Allen gemein ist jedoch die zentrale Sitzposition des Fahrers in der ersten Reihe. Die Passagiere sitzen in den Reihen dahinter. Dadurch sollen sowohl Entwicklungs- als auch Produktionskosten gesenkt werden. Weitere Gründe der angestrebten Kosteneffizienz sind die einfache Produktionsmöglichkeit in variablen Stückzahlen, eine kostengünstige Reparaturstrategie und die Integrationsmöglichkeiten von Standardteilen.

Die Plattform erlaubt dabei unterschiedliche Derivate der Mia-Produktfamilie wie kürzere oder längere Modelle für drei oder vier Passagiere oder kleine Lieferwagen für urbane Zentren mit 1.500 Litern Raumvolumen.

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