Den neuen Astra wird Opel auch als Vollstromer anbieten. Nicht sofort zum Verkaufsstart im kommenden Frühjahr, sondern erst 2023. Das gab der neue Opel-Chef Uwe Hochgeschurtz bei der Präsentation der neuen Modellgeneration bekannt, die nach der internen Zählung den Buchstaben L trägt: Das erste Astra-Modell von 1991 wurde in der Opel-Nomenklatur unter F geführt.

Technische Daten über den Elektroantrieb mochte er allerdings noch nicht verraten. Eine Orientierung könnte der Opel Zafira-e geben, der die gleiche „Multi-Energy“-Plattform EMP2 nutzt und bereits jetzt verfügbar ist – mit einer Antriebsleistung von 100 kW (136 PS) wie auch der Corsa-e und der Mokka-e, allerdings in zwei Akku-Versionen mit 50 und 75 Kilowattstunden (kWh). Gut möglich, dass der Astra-e den gleichen Antriebsstrang bekommt. Damit sollten in der großen Version dann Reichweiten auch im Alltagsbetrieb von bis zu 500 Kilometern möglich sein.

Zum Start erst einmal Plug-in-Hybride

Aber das ist vorerst noch reine Spekulation – bei Opel gibt man sich in dem Punkt noch dünnlippig. Bis vor kurzem wollte man dort nicht einmal bestätigen, dass der Astra auch als reines Elektroauto angeboten wird. Allerdings lässt der Wettbewerb der deutschen Stellantis-Tochter auch keine andere Wahl: Mit dem Stromer ID.3 macht Volkswagen in der Kompaktklasse bereits ein starkes Angebot. Mit dem Cupra Born wird der VW-Konzern in Kürze noch einmal nachlegen. Und Tesla wird voraussichtlich schon im kommenden Jahr mit dem in China produzierten Model 2 in die Kompaktklasse einsteigen – da muss die Stellantis-Gruppe schnell nachlegen, um nicht Marktanteile zu verlieren.

Neues Auto, neuer Chef
Opel-Chef Uwe Hochgeschurtz vor dem neuen fünftürigen Astra, der im Frühjahr auf den Markt kommt. Eine Kombi-Version folgt einige Monate später. Bestellt werden kann aber schon ab Oktober. Foto: Opel

Aber zunächst richtet Opel das Scheinwerferlicht auf die teilelektrischen Versionen des neuen Astra. Gleich zwei Plug-ins sind zum Verkaufsstart geplant: Die Topversion kommt auf eine Antriebsleistung von 165 kW (225 PS) und ein maximales Drehmoment von 360 Newtonmeter, die schwächere auf eine Systemleistung von 132 kW (180 PS) bei gleichem Drehmoment. Bis zu 60 Kilometer weit sollen beide Versionen rein elektrisch fahren können. Dafür sorgt jeweils eine Batterie mit einer Speicherkapazität von 12,4 kWh im Fahrzeugboden.

Opel Mokka-e in Matcha Grün Opel bringt mit dem Mokka-e das zweite Elektroauto einer neuen Ära auf den Markt. Was man darüber wissen sollte. Elektroauto

Der neue Astra aus Rüsselsheim soll „Fahrspaß mit Verantwortung“ bieten – die Marketingleute von Opel haben dafür den Begriff „Grennovation“ geprägt. Er trägt das Erfolgsmodell aber auch otisch in eine neue Ära, mit der neuen, Vizor genannten Frontmaske und einer coupehaften Karosserieform. Auch im Innenraum wurde kräftig aufgeräumt. Zudem gibt es dank 13 Millimetern mehr Radstand (2.675 Millimeter liegen nun an) spürbar mehr Fußraum und ein insgesamt luftigeres Raumgefühl. Dazu trägt auch das volldigitale „Pure Panel“ bei: Der zweigeteilte Breitband-Bildschirm vor dem Fahrer und über der Mittelkonsole liefert alle Informationen, die man unterwegs und in den (Lade-)Pausen benötigt, klar gezeichnet und intuitiv bedienbar. Auf Wunsch gibt es auch ein Head-up-Display, das dem Fahrer die wichtigsten Informationen in die Windschutzscheibe projeziert.

Bestellt werden kann der neue Opel Astra ab Oktober, die Preise (für die konventionell angetriebenen Versionen) beginnen bei 22.465 Euro – 300 Euro unter dem aktuellen Basismodell. Die Preise für die Teilzeitstromer wurden noch nicht genannt. Und schon gar nicht die für den 100-Prozent-Stromer: „Lassen Sie sich überraschen“, heißt es in Rüsselsheim.

Schön aufgeräumt
Blick in den Innenraum des neuen Opel Astra L, der wie schon Mokka und der neue Grandland das breite volldigitale „pure Panel“ erhält. Die Plug-in-Hybride verfügen über eine Achtstufen-Automatik – geschaltet werden muss hier nicht mehr. Foto: Opel
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