Schmackhafte Nachrichten aus dem Lande des Baguettes (und des Champagners und der Austern). Denn die Franzosen offerieren uns ab Januar zum Einstiegspreis von 30.450 Euro ihren Peugeot e-208 im Format des erwähnten Opel Corsa-e. Ebenfalls mit 50 kWh-Akku und in diesem Fall 340 Kilometer Reichweite. Angesagter Verbrauch: 16,9 kWh pro 100 km. Frühestens ab Februar folgt als Hochsitzer das SUV-Pendant e-2008 mit gleicher Technik, aber nur 310 km Reichweite. Der Preis folgt noch. Interessant: Peugeot wirbt hier mit einem Mobility-Pass – für lange Strecken etwa in den Urlaub soll es einen Diesel oder Benziner geben. So, und im März startet der technische e-2008-Bruder der Citroën-Edelmarke DS, nämlich der 4,12 Meter lange DS3 e-tense, für den die Franzosen eine Reichweite von 320 Kilometer. Sehr schickes Design, extravagante Details.

Renault Zoe die Zweite
Den kleinen Fünfsitzer gibt es inzwischen auch mit einem Akku, der bis zu 52 Kilowattstunden Strom speichert, sowie einer Schnelllademöglichkeit. Damit wird der Zoe reisetauglich.
© Renault

Und bei Renault? Was Neues zum Zoe. Der kompakte Verkaufsschlager der Franzosen ist nach der Generalüberholung deutlich schicker und fahrerisch klar fitter, er kann nun auch Schnellladen per CCS-Stecker und dabei in einer Stunde 50 Kilowatt Strom aufnehmen. Leistung: 80 oder 100 kW (136 PS). Das Topmodell mit nun 52-kWh-Speicher soll immerhin bis zu 400 km weit kommen. Wie bisher: Akku kaufen (8090 Euro) oder mieten (74 bis 124 Euro im Monat). Den dazugehörigen Fahrbericht finden Sie auf unserer Website.

Sechs Jahre nach dem Verkaufsstart hat Renault sein Vorzeige-Elektroauto Zoe kräftig überholt. Es gibt einen stärkeren Motor, schnellere Ladetechnik und einen größeren Akkupack für mehr Reichweite. Auf der ersten Ausfahrt überzeugte der kompakte Stromer aber noch in einer anderen Disziplin. Elektroauto

Volvo und Polestar werden rein elektrisch

Kurzer Abstecher nach Schweden zu Polestar, der neuen »Elektro-Performance-Marke« von Volvo, die zum Februar ihr 608 PS starkes und mindestens 155.000 Euro teures Sportcoupe Polestar 1 ausliefern will. Dieser 250 km/h schnelle Feger, der nur in kleinen Stückzahlen (insgesamt 1500 Exemplare) entsteht, ist aber noch ein Hybrid, er hat einen vierzylindrigen Verbrenner (309 PS) zur Unterstützung an Bord. Immerhin: Mit 150 km Reichweite hält er den Rekord für die größte elektrische Reichweite dieser Kategorie.

Spannender ist Polestar 2, „ein avantgardistischer 5-Türer mit Fließheck“, der frühestens ab Mai zu haben sein soll. Exakt 4,60 m lang, 1,49 m hoch. Er soll mit seinen beiden, zusammen 408 PS starken E-Motoren in nur 4,7 Sekunden auf Hundert sein. Nette 500 km Reichweite dank eines 78-kWh-Akkus, aber leider kein Schnäppchen mit dem Basispreis von 57.900 Euro. Ja, reizvoll puristisches nordisches Design, aber gebaut wird der Schwede in einem völlig neuen E-Autowerk im chinesischen Chengdu, das die Autos aber immerhin ökologisch vorbildlich produzieren soll. Schwört Volvo.

Klare Kante
Stimmt: Der Polestar 2 ist verwandt mit dem Volvo S60. Trotzdem hat die viertürige Elektro-Limousine einen anderen Charakter als der benzingetriebene Bruder.
© Polestar

Volvo selbst startet im Herbst nächsten Jahres mit dem XC40 Recharge in die vollelektrische Ära. Der kompakte 4,43-Meter-SUV ähnelt trotz der geschlossenen Front auffallend dem konventionellen XC40. Sein Akku mit der Kapazität von 78 kWh, die für gut 400 Kilometer (Schnellladen mit bis zu 150 kW) reichen sollen, macht sich schlauerweise im Unterboden flach, so bleibt der Laderaum mit 400 bis 1300 Liter Volumen (Verbrenner: 469 bis 1336 l) fast erhalten. Zwei E-Motoren an Vorder- und Hinterachse liefern zusammen 300 kW (408 PS), dieses Paket reicht locker für die Spitze von 180 km/h, die Volvo ab 2020 ohnehin all seinen Modellen verordnet hat. Lob: Der Stromer, der unter 60.000 Euro kosten dürfte, hat auf Wunsch eine ordentliche Anhängerkupplung, er darf dann bis zu 1,5 Tonnen ziehen. Und (Öko-)Strom fürs erste Jahr wollen uns die Schweden schenken. Vorbildlich, wie bei Tesla oder VW.

Volvo hat am Firmensitz in Göteborg sein erstes Batterieauto vorgestellt: Den allradgetriebenen XC40 Recharge P8. Die Designer stellten das neue Öko-Mobil in ein Studio mit rosaroten Wänden. Was soll uns das sagen? Elektroauto

Hyundai und Kia kämpfen weiter mit Lieferzeiten

Vorbildlich? Gutes Stichwort, denn Hyundai und Kia haben bereits viele elektrische Angebote. Aber auch extreme Wartefristen. In der Zeit, in der Sie zum Beispiel auf diesen von uns schon gelobten Kompakt-SUV Hyundai Kona (ab 34.400 Euro, 100 kW, 449 km Reichweite) warten müssen, können Sie locker Koreanisch lernen — 12 bis 18 Monate. Beim Hyundai Ionic, der neuerdings mit mehr Reichweite und Style aufwartet, sieht es, je nach Händler, nicht viel besser aus. Die kompakte, fünfsitzige Limousine (ab 34.900 Euro) hat jetzt einen 38-kWh-Akku (vorher 28 kWh Kapazität), der nach WLTP-Norm für 294 km taugen soll. Ebenfalls neu hier: »Blue Link«-Smartphonevernetzung und zusätzliche Fahrerassistenzsysteme.

Auch auf Kias technisch verwandten, durchaus empfehlenswerten Kompakt-SUV e-Niro (35.290 Euro, 100 kW, 455 km) müssen Sie mindestens gruslige 12 Monate warten. Nur beim krasser gestylten, kastigen Kia e-Soul geht’s mit sechs Monaten deutlich schneller. Schnell zugreifen. ‚“Aber der ist eben nicht jedermanns Geschmack“, kommentiert ein Berliner Autohändler.

Wall-e
Der Honda-e glänzt mit einigen technischen Finessen und einem wohnlichen Interieur. Demgegenüber stehen ein vergleichsweiser hoher Preis und eine geringe Reichweite.
© Honda

Honda, Nissan und Mazda sind schneller, Toyota zögert

Weniger Geduld brauchen Sie bei den Japanern. Honda zum Beispiel offeriert uns ab März diesen knuddligen Honda e, gerade 3,92 m lang und extrem handlich. Sehr cooles Interieur, Kameras statt Außenspiegel und ein Wendekreis von nur 9,2 Metern. Der gut ausgestattete, mindestens 33.850 Euro teure City-Flitzer (Advance-Version 36.850 Euro) hat aber mit dem 35,5-kW-Akku nur maximal 220 km Reichweite. Sehr reizvoll dieser Kurze, aber nur 1500 Exemplare sind 2020 für Deutschland vorgesehen. Schnell zugreifen.

So verknappt geht es beim erprobten Nissan Leaf natürlich nicht zu. Der 4,49-m-Bestseller (ab 36.800 Euro) lässt jetzt die Wahl bei Akkus und Leistung. Einsteiger ist der mit 40 kWh für 270 km Reichweite und 110 kW (150 PS), darüber rangiert der Leaf e+ mit 62 kWh und strammen 160 kW (217 PS), der 385 km weit kommen soll. Nissan spendiert einen E-Bonus von 3392 Euro zusätzlich zur staatlichen Förderung von 2000 Euro. Aber nach wie vor wird die Ladeleistung bei zu hoher Batterietemperatur gedrosselt. Und das dauert dann.

Großmaul
Das Tesla Model Y biete bis zu sieben Personen Platz und verfügt über fast zwei Kubikmeter Ladevolumen. Und elektrisch fährt es auch noch – bis zu 540 Kilometer weit.
© Tesla

Und Mazda? Die Marke will nun auf die Schnelle auch mit einem E-Auto nach Deutschland kommen. Geplant für den Herbst nächsten Jahres ist ein Crossovermodell namens MX-30 zwischen Golf-Klasse und SUV mit maximal 120 kW, das mit einem 35,5-kWh-Aku gut 200 Kilometer weit kommen dürfte. Inklusive ist hier später auch ein kleiner Wankel-Motor, der auf langen Touren per Generator die Batterie nachlädt oder direkt den E-Motor betreibt. Der Preis? Los geht es mit 33.990 Euro. Dieses Auto bleibt aber ein Einzelstück, die künftigen, dann vollelektrischen Modelle entstehen in Kooperation mit Toyota.

Zu langsam
Doch einige Interessenten gelüstete es nach mehr: Die 6,6 Sekunden, die der Sprint auf das Innenstadt-Tempo von 50 Stundenkilometern benötigt, war dem ein oder anderen Vorbesteller zu wenig. Ebenso die Höchstgeschwindigkeit von 116 km/h.
© Copyright e.Go

Pikanterweise geht es ausgerechnet beim Hybrid-Pionier Toyota vollelektrisch sehr gemächlich voran. Zum Jahresende soll ein erstes Auto vorgestellt werden, später folgen weitere Vollstromer. Für uns noch uninteressant, denn diese Modelle rollen 2020 nur auf den chinesischen Markt. Vor Mitte 2021 ist für Deutschland partout nichts in Sicht. »Wir gehen erst mal nur auf Märkte, die wirtschaftlich interessant sind«, kommentiert ein Toyota-Manager. In Deutschland gäbe es noch keinen lukrativen E-Markt. Da bleibe es vorerst bei den bekannten Hybridmodellen, die sich weiterhin bestens verkaufen. Lexus will immerhin auf der Auto Show Guangzhou in China, (vom 22. November bis 1. Dezember) ein ziemlich serienreifes vollelektrisches E-Modell zeigen. Aber bis das nach Deutschland kommt, wird es ebenfalls noch dauern.

Dafür kommen bald die ersten stromernden Chinesen zu uns. Erster ist womöglich der NIO ES6, ein 4,85 Meter langes, bis zu 200 km/h schnelles SUV mit Aluminium-Karosserie, das die Rivalen Audi e-tron und Mercedes EQC in der Reichweite problemlos abhängen will — bis zu 510 km per 84-kWh-Batterie, für die es als dreiminütige Ruck-zuck-Alternative sogar Wechselstationen geben soll. Zwei E-Motoren, zusammen 544 PS. Drinnen Microfaser-Verloursleder und digitale Rundumbetreuung. In China ist das Auto schon zu haben, bei uns nicht vor 2021 – wenn nicht vorher das Geld ausgeht.

© Sono Motors

Bei Tesla folgt auf das X ein Y

Fast am Ende müssen wir zu Tesla kommen, da gibt es längst das volle Programm vom Mittelklässler Model 3 (ab 43.390 Euro, bis 560 km Reichweite über das große Model S (86.800 Euro, 610 km) bis zum Flügeltüren-SUV Model X (91.700 Euro, 505 km). Und mit dem Modell Y kommt im Herbst 2020 schon das zweite SUV zu uns. Ein eleganter, geräumiger 7-Sitzer mit bis zu 540 km Reichweite und bis zu 241 km/h schnell, wahlweise mit Heck- oder Allradantrieb (zwei E-Motoren), zwischen 56.000 und 68.000 Euro teuer. Das Basismodell (35.000 bis 40.000 Euro) mit 370 km Aktionsradios kommt er nicht vor Mitte 2021. Inzwischen verdichten sich sogar Hinweise auf eine Autoproduktion der Amis in Deutschland. „Getting close“, hat Tesla-Chef Elon Musk kürzlich auf Twitter verkündet. Fehlt nur noch ein erschwinglicher Kleinwagen, aber den hat er wohl auch im Blick.

Bühne frei für Start-ups

Im Blick haben wir natürlich auch die Kleinen aus Deutschland und Umgebung von den mehr oder weniger großen Start-ups, die uns fix mit erschwinglichen E-Modellen erfreuen wollten, nun aber fast alle mit mehr oder weniger großen Problemen kämpfen. Und teurer als mal gedacht werden sie nun in der Regel auch. Stichwort e.GO Life: Der 3,35 m lange und 1150 kg schwere City-Flitzer der e.GO Mobile AG aus Aachen kommt in drei Versionen. Mit 20 kW Leistung kostet er 15.899 Euro, schafft Tempo 100 und kommt 100 km weit. 40 kW: 123 km/h, maximal 113 km, ab 17.400 Euro. 60 kW: 142 km/h, 145 km, ab 19.900 Euro. Auslieferungen? Nach einigen notwendigen Verbesserungen an den Modellen wird es nun erst einmal mit kleinere Stückzahlen losgehen. Die ersten 600 Exemplare sollen bis zum Jahresende anrollen.

Der Sion von Sono Motors aus München indes, der als Novum über in die Karosse eingearbeitete Solarzellen fast unentwegt Energie für bis zu 34 km Reichweite lädt, erscheint nun frühestens im Herbst 2020. Der wirklich sehr geräumige Stromer (4,29 m Länge, satte 650 l Ladevolumen), der mit 120-kW-Motor bis zu 140 km/h schafft, hat einen CSS-Anschluss (in 30 min 80 Prozent laden) und auf Wunsch sogar eine Anhängerkupplung (bis 750 kg). Immerhin 250 km Reichweite zu einem Preis ab 25.500 Euro. Gebaut wird der Sion übrigens im Ex-Saab-Werk in Schweden.

Und ganz dumm läuft es gerade mit dem Microlino, diesem Schweizer Projekt eines smarten Minis mit großer Fronttür im Stil einer Retro-Isetta: böse Querelen mit dem geplanten deutschen Produzenten Artega, dem ein Plagiat des Microlino («Karo«) gerichtlich verboten wurde. Noch 2020 könnte es, so die Hoffnungen der Eidgenossen, vielleicht mit einem neuen Produzenten weitergehen. Der 2,42-Meter-Mini mit 11-kW-Motor wiegt mit nur 513 kg weniger als ein Trabi. Wahlweise soll es ihn mit zwei Akkus geben: 8 kWh für 125 km, 14,4 kWh für 250 km Reichweite. Maximal Tempo 90, ab rund 12.000 Euro.

So, glücklicher Ausgang offen, wir halten Sie weiter auf dem Laufenden.

Die ersten beiden Teile unserer Miniserien mit den Modellneuheiten von Volkswagen und der übrigen deutschen Großkonzerne finden Sie hier und hier.

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