Der Fiat-Verkäufer im „Motor Village“ Düsseldorf bittet um ein paar Minuten Geduld. Ein Fiat 500 Elektro müsse es sein? Und das möglichst schnell? „Das wird schwierig“.

Über die Telefonverbindung – wegen Corona sind Autoverkäufer derzeit nur so zu erreichen – ist zu hören, wie der Mann in der Fiat-Niederlassung Suchbefehle in seinen Computer eingibt. Dann die Meldung: „In Essen hätten wir noch ein vollausgestattetes Cabrio ‚La Prima‘ als Vorführwagen.“ Aber das wäre es auch schon. Und wenn man Interesse habe, müsse man sich sputen: „Die Nachfrage nach dem Modell ist derzeit groß und die Verfügbarkeit gering.“

Aktuell betrage die Lieferzeit für ein frei konfiguriertes Wunschmodell „über ein Jahr.“ Wenn man sich aber für einen Benziner erwärmen könne… Nein danke. Kurze Zeit später ist dann auch der Vorführwagen in Essen schon wieder aus dem Bestandsverzeichnis verschwunden.

Renault hat rechtzeitig vorgesorgt

Elektroautos sind aufgrund der Fördermaßnahmen der Bundesregierung derzeit so gefragt wie nie. Bei einigen Herstellern sorgt das inzwischen für massive Lieferprobleme. Je nach Marke und Modell braucht es bis zu einem Jahr Geduld, wie eine Umfrage des Autovermittlers Carwow, aber auch eigene Recherchen von EDISON zeigen.

Lieferung schon nach acht Wochen:
Der Mercedes EQC zählt zu den Elektroautos, die schnell verfügbar sind. Foto: Mercedes
Lieferung schon nach acht Wochen
Der Mercedes EQC zählt zu den Elektroautos, die schnell verfügbar sind. Foto: Mercedes

Bei der Renault Zoe sieht es noch gut aus – der kleine Franzose soll, sofern man die Ausstattung und Farbe frei wählt, spätestens nach vier Monaten beim Händler sein. Uwe Hochgeschurtz, der Chef von Renault Deutschland, hat früh geschaltet und in der Zentrale in Paris nach der Erhöhung der Umweltprämien für den deutschen Markt größere Kontingente geordert.

Mercedes EQC ist schnell verfügbar

Noch schneller geht es laut Carwow beim Mercedes EQC: Schon nach zwei Monaten Wartezeit könnte das Elektroauto zugelassen sein. Ähnlich kurz sind die Lieferzeiten beim Nissan Leaf, beim Opel Corsa-e in Basisausstattung – sowie beim Porsche Taycan. Wohl dem, der’s hat.

Der Smart EQ ist hingegen überhaupt nicht mehr bestellbar. Gleiches gilt für den Skoda Citigo iV. Immerhin hat Volkswagen den e-Up und Seat den Mii Electric in limitierten Versionen wieder aufgelegt. Zu den Lieferzeiten schweigen sich die Webseiten der Hersteller allerdings aus.

Der Hyundai Kona Elektro mit großem Akku und schwächerem Antrieb ist laut der Umfrage von Carwow in sechs bis acht Monaten lieferbar. Wer sich erst jetzt für einen Skoda Enyaq iV erwärmt, muss bis zu neun Monate lang auf das Auto warten. Und beim Mini Cooper SE warten Kunden bis zu zehn Monate.

Opel Mokka-e lässt auf sich warten

Auch beim neuen Opel Mokka-e ist die Nachfrage groß und die Verfügbarkeit gering: Opel selbst gibt für den stylishen Kompakt-SUV im Online-Store einen Liefertermin „ab 31. März 2022“ an. Ein Opel-Verkäufer in Köln, von EDISON dazu befragt, hielt selbst dies für einen optimistischen Termin: „Ich würde mal von einem Termin im Mai ausgehen.“ Die Nachfrage nach dem stylishen Elektroauto ist inzwischen so groß, dass Opel nach einem Bericht des Handelsblatt bereits gezeichnete Kaufverträge wegen „Überbuchung“ stornierte.

Selbst bei Tesla können sich die Lieferzeiten mittlerweile in die Länge ziehen. Ein frei konfiguriertes Model 3 soll zwar schon im März ausgeliefert werden können. Model S und Model X sind allerdings erst wieder im September verfügbar. Der Grund: Beide Modelle erhalten gerade ein umfassendes Facelift. Und das Model Y kann zwar schon im Internet konfiguriert und auch anbezahlt werden. Aber wann das Elektroauto ausgeliefert wird, steht noch in den Sternen. „Die Produktion beginnt voraussichtlich Mitte 2021“, heißt es dazu nur vage auf der Website.

Der Grund ist hier ein einfacher: Das neue Tesla-Werk in Grünheide, in dem das Model Y produziert werden soll, ist noch im Bau.

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